
Eine aktuelle Analyse, veröffentlicht in der Rzeczpospolita am 1. Juni 2026, zeigt, dass die Zahl der Altersrenten, die an Ausländer in Polen gezahlt werden, im Jahresvergleich um mehr als 39 % gestiegen ist. Basierend auf dem neuesten Bericht der Sozialversicherungsanstalt (ZUS) für 2025 stellt die Zeitung fest, dass die Empfänger mit nicht-polnischem Pass von knapp unter 300.000 im Jahr 2016 auf über 1,28 Millionen Ende 2025 angestiegen sind – eine fast fünffache Zunahme. EU-Bürger machen etwa 40 % der Gesamtzahl aus, doch das schnellste Wachstum verzeichnen Migranten aus Drittstaaten, deren Anteil sich in den letzten zehn Jahren nahezu verfünffacht hat. Dieser Anstieg spiegelt den Wandel des polnischen Arbeitsmarktes wider: Rekordzahl an offenen Stellen, demografischer Rückgang und die Freizügigkeit innerhalb der EU haben Polen zu einem Magneten für ukrainische, belarussische, georgische, indische und kolumbianische Arbeitskräfte gemacht, von denen viele nun langfristig bleiben und Rentenansprüche aufbauen. Manager für Unternehmensmobilität sehen in den Zahlen den Beweis, dass Polen längst nicht mehr nur ein temporärer Einsatzort ist, sondern eine echte Rentenoption für Expatriates darstellt. Aus Compliance-Sicht unterstreichen die Daten zudem die Bedeutung einer korrekten Anmeldung ausländischer Mitarbeiter bei der ZUS; eine unterlassene Registrierung könnte zukünftige Leistungsansprüche blockieren und Unternehmen rückwirkend haftbar machen. Die versicherungsmathematische Herausforderung für die ZUS besteht darin, die wachsende Beitragszahlerbasis mit der steigenden Zahl der Leistungsempfänger in Einklang zu bringen. Ökonomen argumentieren, dass der Zustrom jüngerer ausländischer Arbeitskräfte derzeit positiv ist: Die Beiträge der Neuankömmlinge helfen, die Auszahlungen für die alternde polnische Bevölkerung zu finanzieren. Doch wenn die heutigen Migranten älter werden, steht das System vor einer Doppelbelastung, sofern Produktivitäts- und Lohnwachstum nicht Schritt halten. Für globale Arbeitgeber verstärkt dieser Trend die Argumente für ergänzende Rentenpläne oder individuelle Altersvorsorgekonten in Polen, die grenzüberschreitend nutzbar sind. Berater empfehlen, Entsendungsrichtlinien zu überprüfen, um klarzustellen, wie lange Dienstzeiten in Polen auf betriebliche Renten angerechnet werden und wie Sozialversicherungsabkommen mit ZUS-Leistungen interagieren.
Quelle: Rzeczpospolita