
Kaum acht Monate nachdem die Schweiz das neue biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU eingeführt hat, kämpft der Flughafen Genf laut lokalen Medien und Luftfahrtverbänden mit „endlosen Warteschlangen“ von bis zu 2,5 Stunden für Passagiere aus Nicht-EU-Ländern. Ein Bericht des Swiss Observer vom 13. Juni 2026 berichtet, dass die Flughafenbehörden die Personalstärke bei der Ankunft verdoppelt und ein spezielles Team für die Gepäckabholung eingesetzt haben, um die durch Einwanderungsverzögerungen verursachten Staus zu bewältigen. Das EES erfasst Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen von Drittstaatsangehörigen und ersetzt das manuelle System mit Passstempeln. Obwohl das System langfristig die Grenzkontrollen beschleunigen soll, hat die Einführung Engpässe offenbart: Die alten Kontrollstellen sind zwar weiterhin geöffnet, können aber keine biometrischen Ausnahmen bearbeiten, und nur 30 % der verfügbaren elektronischen Tore funktionieren, so Insider. Airports Council International Europe, Airlines for Europe und IATA warnten diese Woche gemeinsam die Europäische Kommission, dass chronischer Personalmangel und ungelöste technische Probleme im Sommer zu Warteschlangen von bis zu vier Stunden in ganz Europa führen könnten. Die Erfahrungen in Genf könnten ein Warnsignal sein: Auch der Flughafen Zürich meldete im April ähnliche, wenn auch kürzere Verzögerungen. Für Geschäftsreisende lautet die Empfehlung klar: Mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein und darauf achten, dass der Reisepass genügend freie Seiten für den manuellen Stempel hat, falls die Kontrolleure darauf zurückgreifen müssen. Global-Mobility-Teams sollten zudem darauf hinweisen, dass Reisende, die bei einer früheren Schengen-Reise biometrisch registriert wurden, dennoch herausgefiltert werden können, wenn das System Daten nicht korrekt zuordnet, was die Reisezeit insgesamt verlängert. Die Schweizer Behörden versichern, dass sich die Leistung verbessern wird, sobald die Mitarbeiterschulungen abgeschlossen sind und die Vorregistrierungs-App von Frontex stärker genutzt wird. Bis dahin könnten Unternehmen erwägen, enge Anschlussverbindungen über Drehkreuze außerhalb des Schengen-Raums zu planen.
Quelle: Swiss Observer