
Auf dem Gipfel zur europäischen Luftfahrtstrategie in Nikosia am 15. Juni warnte Verkehrsminister Alexis Vafeades davor, dass Dekarbonisierungsmaßnahmen die Luftverbindungen, die das wirtschaftliche Leben in den Randregionen Europas sichern, nicht gefährden dürfen. „Verkehrsanbindung ist für einen Inselstaat kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche Lebensader“, erklärte er in einer Rede, die von der Ständigen Sekretärin Marina Ioannou Hasapi vorgetragen wurde. Der unter dem Motto der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft 2026 organisierte Gipfel brachte Regulierungsbehörden, Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber zusammen, um zu diskutieren, wie die kommende Luftfahrtstrategie der EU Emissionsziele mit Wettbewerbsfähigkeit in Einklang bringen kann. Die Redner warnten, dass strengere Umweltabgaben dünn frequentierte Inselrouten wirtschaftlich untragbar machen könnten, sofern sie nicht von Anreizen für nachhaltige Flugkraftstoffe und Flugzeuge der nächsten Generation begleitet werden. Für Zypern, wo 98 % der ankommenden Besucher per Flugzeug eintreffen, ist dieses Gleichgewicht existenziell. Der Minister wies auf den jüngsten Verlust von Verbindungen zu skandinavischen Märkten hin und forderte Brüssel auf, Inseln als „konnektivitätskritisch“ zu behandeln – ähnlich wie Schienenverbindungen mit öffentlichem Versorgungsauftrag auf dem Festland. Branchenvertreter unterstützten Forderungen nach einer EU-weiten Ticketabgabe zur Finanzierung der Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe sowie einer beschleunigten Zulassung von Elektroflugzeugen für Kurzstrecken, die Verbindungen unter 1.000 km wie Larnaca–Athen bis 2030 klimaneutral machen könnten. Geschäftsreisende sollten die Ergebnisse des Gipfels genau verfolgen: Vorgeschlagen werden unter anderem eine verpflichtende CO2-Berichterstattung auf Tickets, die ab 2027 in Zypern ausgestellt werden, sowie mögliche Slot-Vorrechte für Fluggesellschaften mit emissionsärmeren Flugzeugen. Unternehmen mit umfangreichem Reiseaufkommen zur Insel müssen ihre internen CO2-Budgetmodelle womöglich anpassen, sobald die EU die endgültigen Maßnahmen später in diesem Jahr vorstellt.
Quelle: Cyprus Business News