
Reisende, die diese Woche nach Mallorca unterwegs sind, müssen mit neuen Störungen rechnen, nachdem die Mitarbeiter, die Passagieren mit eingeschränkter Mobilität (PRM) am Flughafen Palma de Mallorca helfen, am 17. Juni um 00:01 Uhr in einen unbefristeten, rund um die Uhr geltenden Streik getreten sind. Die Arbeitsniederlegung folgt auf eine 96-prozentige Zustimmung zur Eskalation nach dem Scheitern der Vermittlung mit dem Dienstleister Adelte. Die Gewerkschaften CSIF, SOM und CESHA werfen Adelte chronischen Personalmangel, eine übermäßige Abhängigkeit von Vier-Stunden-Verträgen sowie das Versäumnis vor, veraltete Rollstühle und Einstiegshilfen zu ersetzen. Sie kritisieren, dass die Servicequalität so stark gesunken sei, dass besonders schutzbedürftige Reisende regelmäßig Anschlussflüge verpassen oder auf dem Flugzeug warten müssen. Adelte erklärt, man halte sich an die nationale Mindestdienstverordnung und sei „gesprächsbereit“. Der Flughafenbetreiber Aena hat Notfallpläne aktiviert, doch da Palma im Sommer mehr als 1.000 Flugbewegungen täglich abwickelt, können schon kleine Verzögerungen bei PRM-Transfers zu weitreichenden Boarding-Störungen führen. Reiseveranstalter warnen bereits vor möglichen Auswirkungen auf Busfahrpläne und empfehlen mobilitätseingeschränkten Kunden, wenn möglich mit Begleitung zu reisen. Firmenreisemanager sollten ihre Mitarbeiter, die zu Terminen auf den Balearen reisen, auf Folgendes hinweisen: (1) PRM-Hilfe bereits bei der Buchung anfordern, (2) zusätzliche Transferzeit zwischen Ankunft und Meetings einplanen und (3) die EU261-Rechte bei Verspätungen von mehr als zwei Stunden beachten. Der Streik verdeutlicht einen größeren Trend: Spezialisierte Bodenabfertigungsdienste werden zunehmend zum Brennpunkt, da der europäische Tourismus nach der Pandemie wieder anzieht, während gleichzeitig während des Abschwungs abgeschlossene Kostensenkungsverträge für Spannungen sorgen.
Quelle: Majorca Daily Bulletin