
Die EU-Grenzagentur Frontex hat am 23. Juni 2026 eine unangenehme Realität verkündet: Die langen Warteschlangen, verursacht durch das neue Ein- und Ausreisesystem (EES), könnten „ein bis zwei Jahre“ andauern. Uku Särekanno, stellvertretender Exekutivdirektor, erklärte gegenüber Fachmedien, dass die erstmalige biometrische Erfassung weiterhin der Engpass sei, selbst nachdem Flughäfen zusätzliche Terminals installiert haben. Am Flughafen Helsinki verzeichnet Finavia seit der vollständigen Inbetriebnahme des EES am 10. April 2026 Spitzenwartezeiten von 60 bis 90 Minuten bei Abflügen von Nicht-EU-Reisenden. Die finnische Grenzpolizei bestätigt, dass sie ab Anfang September die rechtliche Möglichkeit verliert, die Fingerabdruckerfassung vorübergehend auszusetzen, wenn das 90-tägige Flexibilitätsfenster der Verordnung endet. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle Erstbesucher vor der Einreise vier Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto abgeben. Finavia und das Innenministerium haben einen Notfallplan erarbeitet, der die Umleitung von Überlaufverkehr zu den Flughäfen Tampere-Pirkkala und Turku, den Einsatz mobiler Erfassungsstationen sowie die Empfehlung umfasst, die biometrischen Daten vorab über die EU-App „Travel to Europe“ zu registrieren. Die Fluggesellschaften am Drehkreuz Helsinki – insbesondere Finnair, Qatar Airways und Japan Airlines – wurden gebeten, Ankunftszeiten zu staffeln, um nächtliche Spitzen zu vermeiden. Geschäftsreisende werden dringend gebeten, ihre ausländischen Mitarbeiter und Kunden zu informieren: Für die nächsten 12 bis 24 Monate sollte man mindestens eine zusätzliche Stunde für die Schengen-Passkontrolle an finnischen Flughäfen einplanen. Unternehmen, die Gruppen zu Schulungen oder Installationen nach Finnland bringen, sollten frühmorgendliche Charterflüge in Betracht ziehen, wenn das Grenzpersonal stärker besetzt ist. Die gute Nachricht: Nach der Erstregistrierung sind Folgeeinreisen bis zu drei Jahre lang schneller möglich. Für die Zukunft müssen die finnischen Behörden Sicherheit, EU-Vorgaben und die Wettbewerbsfähigkeit des Helsinki-Drehkreuzes sorgfältig ausbalancieren. Branchenanalysten warnen, dass anhaltende Reibungen an der Grenze den Transferverkehr von Asien nach Europa nach Istanbul oder Dubai abziehen lassen könnten – und damit Finnlands „Twin-Hub“-Strategie gerade dann gefährden, wenn neue Langstreckenverbindungen starten.
Quelle: ETIAS Pro
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