
Der Brennerkorridor – Europas verkehrsreichste alpine Güterverkehrsachse – startete heute Morgen in die Spitzensaison 2026 mit dichtem Verkehr und stockenden Kolonnen, verschärft durch Fahrstreifenbeschränkungen auf dem maroden Abschnitt der Luegbrücke an der österreichischen A13. Laut dem Live-Bericht von Reisereporter vom 24. Juni herrscht in beiden Richtungen anhaltender Stau, da der Ferienverkehr mit bis zu 7.000 Schwerlastfahrzeugen pro Tag konkurriert. Die Luegbrücke wird derzeit in mehreren Phasen saniert, was voraussichtlich bis Ende September dauern wird. Durch verengte Fahrspuren und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h sinkt die Kapazität um etwa ein Drittel. Für Logistikmanager bedeutet das mehrstündige Verzögerungen auf der Strecke zwischen der deutschen Grenze und der italienischen A22. Zusätzlich erschwert das in Tirol viel diskutierte Lkw-Blockabfertigungssystem die Lage: An festgelegten Tagen werden am Kontrollpunkt Kufstein nur 300 Lastwagen pro Stunde in Richtung Brenner durchgelassen, was Rückstaus bis nach Bayern verursacht. Verlieren Spediteure ihre zugewiesenen Zeitfenster, drohen Übernachtungsgebühren und Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten. Auch der Tourismus spürt die Auswirkungen: Italienische Urlaubsregionen von Südtirol bis zum Gardasee sind stark auf Selbstfahrer aus Österreich und Deutschland angewiesen; Busunternehmen warnen inzwischen vor vier- bis fünfstündigen Fahrzeiten auf der Strecke Innsbruck–Bozen. Unternehmen, die Führungskräfte nach Innsbruck oder Verona fliegen, sollten großzügige Transferzeiten einplanen oder den ÖBB/DB EuroCity-Zug als pünktliche Alternative in Betracht ziehen. Langfristige Entlastung verspricht der 64 km lange Brenner-Basistunnel, dessen Eröffnung jedoch erst für 2032 geplant ist. Bis dahin empfiehlt die österreichische Autobahngesellschaft ASFINAG, außerhalb der Spitzenzeiten von 6:00 bis 11:00 Uhr südwärts und 15:00 bis 21:00 Uhr nordwärts zu fahren, elektronische Mautgebühren vorab zu bezahlen, um Warteschlangen an den Kassen zu vermeiden, und das digitale Verkehrsportal für aktuelle Informationen zu nutzen. Grenzgänger sollten zudem beachten, dass im Rahmen der österreichischen Schengen-Ausnahmeregelung weiterhin stichprobenartige Dokumentenkontrollen an den Rastplätzen Vipiteno und Schönberg stattfinden.
Quelle: Reisereporter