
Genau ein Jahr nach der Wiedereinführung von Kontrollen an der Landgrenze Polens zu Litauen hat die Grenzpolizei Podlaskie beeindruckende Zahlen veröffentlicht. Zwischen dem 7. Juli 2025 und dem 7. Juli 2026 wurden mehr als 1,7 Millionen Personen und 930.000 Fahrzeuge in Richtung Süden kontrolliert. Über 1.060 Reisenden wurde die Einreise verweigert – meist wegen fehlender Dokumente, abgelaufener Visa oder Überschreitung der Schengen-Aufenthaltsdauer. Auch die Rückführungsverfahren waren intensiv: Mehr als 1.100 Migranten, die auf polnischem Gebiet aufgegriffen wurden, wurden nach Litauen zurückgeschickt. Dreizehn Kontrollpunkte – darunter die wiedereröffneten Grenzübergänge Budzisko und Ogrodniki sowie der Bahnposten Trakiszki an der Kaunas-Krakau-Linie – bilden heute das Rückgrat der Operation. Die Kontrollen bleiben mindestens bis zum 1. Oktober 2026 bestehen, basierend auf einer Regierungsverordnung zur Eindämmung der sogenannten „Baltischen Route“, die von Schleusern aus Belarus und Russland genutzt wird. Für Unternehmen, die Fracht zwischen den baltischen Staaten und polnischen Zentren wie Białystok und Warschau transportieren, liegen die durchschnittlichen Verzögerungen laut dem Straßentransportverband bei 30 bis 50 Minuten. Fahrern wird empfohlen, Reisepässe und CMR-Dokumente griffbereit zu haben; Drittstaatsangehörige müssen zudem Nachweise über Weiterreise und Unterkunft vorlegen, um sofortige Zurückweisungen zu vermeiden. Die Jahresenddaten zeigen einen Wandel bei den Migrantenprofilen: Während 2025 vor allem Syrer und Iraker aufgegriffen wurden, versuchen 2026 vermehrt Inder, Sri Lanker und Vietnamesen, über Litauen zu reisen. Die polnischen Behörden betonen, dass die biometrische Überprüfung im Rahmen des EU-Einreise- und Ausreisesystems (EES) dabei hilft, Wiederholungstäter zu identifizieren und die Beweisketten für Rückführungen zu stärken. Grenzexperten sehen in den litauischen Kontrollen ein Modell für weitere Schengen-interne Kontrollen in Regionen mit anhaltendem hybriden Druck. Multinationale Unternehmen mit Grenzpendlern sollten ihre Reisebestimmungen aktualisieren und gegebenenfalls e-Visa-Unterstützung in Betracht ziehen.
Quelle: Podlaskie Border Guard