
Am 21. Juli veröffentlichte das italienische Ministerium für Infrastruktur und Verkehr (MIT) seinen neuesten Streikbericht, ein gesetzlich vorgeschriebener Überblick über alle geplanten Arbeitsniederlegungen im Verkehrssektor. Das Bulletin – verfügbar auf dem MIT-Portal „scioperi“ – listet mehr als 45 einzelne Streiks in den nächsten 90 Tagen auf, davon acht zwischen jetzt und dem 31. Juli. Zu den Höhepunkten zählen der heute laufende 24-Stunden-Streik von EasyJet, ein vierstündiger Ausstand des Bodenpersonals am Flughafen Olbia auf Sardinien, ein nationaler Bahnstreik von FS Italiane, Italo und Trenord vom 23. bis 24. Juli sowie ein 24-stündiger Streik der Fährgesellschaft Grandi Navi Veloci ab Mittag am 22. Juli. Das Bulletin enthält zudem die gesetzlich vorgeschriebenen „fasce di garanzia“ – Zeitfenster, in denen Mindestdienste gewährleistet sein müssen – und listet die von den Betreibern als garantiert erklärten Züge und Flüge auf. Der Streikkalender ist mehr als eine Formalität: Nach italienischem Gesetz 146/1990 können Unternehmen und Reisende nur dann Schadensersatz fordern, wenn Streiks nicht ordnungsgemäß angekündigt wurden. Unternehmen verfolgen die MIT-Liste daher genau, um Fürsorgepflichten anzupassen, wichtige Fracht umzuleiten oder Personalpläne zu ändern. Reiseleiter sollten beachten, dass das Bulletin täglich aktualisiert wird; eine Aktualisierung um 17:00 Uhr am 21. Juli fügte einen regionalen Busstreik in Bergamo für den 22. Juli hinzu, der in der Morgenausgabe noch nicht enthalten war. MIT-Vertreter betonen, dass die Digitalisierung die durchschnittliche Veröffentlichungsverzögerung von 48 auf sechs Stunden reduziert hat, während Gewerkschaften kritisieren, dass die öffentliche Transparenz es Unternehmen erleichtere, Streiks abzumildern – was deren Verhandlungsstärke schwäche. Das Ministerium entgegnet, dass Transparenz für die freie Mobilität unerlässlich sei und Italien bereits an der Spitze der EU-Tabelle für verlorene Streiktage stehe. Für ausländische Reisende lautet die praktische Empfehlung: Vor der endgültigen Reiseplanung das MIT-Portal konsultieren und sich bei Fluggesellschaften und Bahnanbietern für Benachrichtigungen anmelden, da kurzfristige Ausfälle bei gescheiterten Verhandlungen weiterhin möglich sind.