
Das Bureau of Investigation (BOI) von Punjab hat drei Mitarbeiter von Air India sowie vier Bodenabfertigungsunternehmen zu einer zweiten Befragungsrunde am 24. Juli vorgeladen. Dies vertieft die Ermittlungen in einen Menschenhandelsring, der die laxen Dokumentenkontrollen am Sri Guru Ram Dass Jee International Airport in Amritsar ausnutzte. Der Fall geht auf Januar zurück, als 14 Passagiere mit gefälschten britischen E-Visa und Arbeitsnachweisen, die nur auf Mobiltelefonen vorgezeigt wurden, in die Air India-Flüge AI-169 und AI-117 nach London einstiegen. Die britischen Grenzbeamten stoppten die Gruppe bei der Ankunft; alle 14 beantragten sofort Asyl und befinden sich nun in Haftzentren im Vereinigten Königreich. Eine Warnung des Innenministeriums veranlasste das Punjab BOI im April, eine FIR unter den neuen indischen Anti-Schleusungsgesetzen zu registrieren. Ermittler werfen dem Flugpersonal vor, die obligatorische Online-Visumsprüfung nicht durchgeführt zu haben – selbst nachdem britische Behörden Air India nach dem ersten Vorfall am 11. Januar auf Unstimmigkeiten hingewiesen hatten. Interne Compliance-Berichte von Air India, die der Hindustan Times vorliegen, weisen auf systematische Mängel in der Schulung und Überwachung beim Check-in hin. Das Sonderermittlungsteam (SIT) untersucht zudem acht Reisebüros, denen vorgeworfen wird, die Fälschungen organisiert und vor den Flügen mit dem Flugpersonal kommuniziert zu haben. Für globale Mobilitäts- und Risikomanager ist dieser Vorfall eine deutliche Erinnerung daran, dass nicht nur Grenzbeamte, sondern auch Fluggesellschaften eine entscheidende Kontrollinstanz darstellen. Das Versäumnis, Dokumente zu überprüfen, kann zu Geldstrafen, Gebühren für die Zusammenarbeit mit Behörden und Reputationsschäden führen, die letztlich auf Firmenkunden durch höhere Ticketpreise und strengere Boarding-Kontrollen abgewälzt werden. Unternehmen, die Mitarbeiter über sekundäre indische Flughäfen schicken, sollten sicherstellen, dass diese gedruckte Visa oder Ausdrucke elektronischer Genehmigungen mitführen und zusätzliche Zeit für mögliche Nachkontrollen einplanen, solange die Ermittlungen andauern. Air India erklärt, vollständig zu kooperieren und die Standardarbeitsanweisungen (SOPs) an allen internationalen Stationen zu überprüfen.
Quelle: Hindustan Times