
Swiss International Air Lines (SWISS) und die Pilotengewerkschaft Aeropers sind bei den Verhandlungen über den Nachfolger des aktuellen GAV 23-Kollektivarbeitsvertrags, der Ende 2026 ausläuft, auf eine Blockade gestoßen. In einer am 25. Juli veröffentlichten Erklärung teilte Aeropers mit, die Verhandlungen bis mindestens Ende August „zu pausieren“, da die Fluggesellschaft „zunehmend das Lufthansa-Modell kopiere und dabei die Schweizer Werte aufgebe“. Die Piloten beklagen chronischen Personalmangel, unvorhersehbare Dienstpläne und die Auslagerung von Flügen an Wet-Lease-Partner wie Helvetic Airways. SWISS weist die Kritik zurück und betont, bereits 17 Verhandlungstage investiert zu haben. „Direkter Austausch, Verlässlichkeit und Kompromissbereitschaft gehören zu unserer Schweizer DNA“, so die Airline. Das Management argumentiert, dass ein neuer Vertrag das Wohl der Piloten mit der operativen Stabilität im Langstrecken- und Europanetz in Einklang bringen müsse. Die Airline erholt sich noch von Crew-Engpässen, die diesen Sommer zu hunderten Flugausfällen führten, und hat gerade erst einen neuen CLA 24-Vertrag mit dem Kabinenpersonal abgeschlossen. Branchenexperten warnen, dass ein langwieriger Stillstand die wichtige Reisezeit im August und Frühherbst gefährden könnte, die für Schweizer Exporteure und den Konferenzverkehr von großer Bedeutung ist. Die Flughäfen Zürich Kloten und Genf verfügen nur über begrenzte Kapazitäten bei Start- und Landebahnen sowie Terminals, sodass schon kleine Änderungen im Flugplan weitreichende Auswirkungen auf den Tagesablauf haben. Geschäftsreisende planen bereits Ausweichlösungen mit Bahnverbindungen und Doppelbuchungen bei konkurrierenden Star-Alliance-Partnern. Für Unternehmen verdeutlicht der Konflikt den allgemeinen Fachkräftemangel in der europäischen Luftfahrt: Piloten, die während des Nach-Pandemie-Booms ausgebildet wurden, können im Ausland höhere Gehälter erzielen, während die Inflation die Schweizer Lohnvorteile schmälert. Personalabteilungen sollten die operative Zuverlässigkeit von SWISS genau beobachten und Reisende über mögliche kurzfristige Umleitungen oder Übernachtungen informieren. Eine Einigung vor dem Stichtag für den Winterflugplan am 27. Oktober würde weitere Unsicherheiten vermeiden.
Quelle: Watson
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