
Indiens größte Fluggesellschaft IndiGo bestätigte am späten 3. August, dass der ehemalige IATA-Generaldirektor Willie Walsh offiziell die Position des Chief Executive Officer bei InterGlobe Aviation, der Muttergesellschaft der Airline, übernommen hat. Mit Walshs Ernennung endet eine viermonatige Suche nach einer Führungspersönlichkeit, die IndiGo durch ein ehrgeiziges Flottenerneuerungsprogramm und den zunehmenden Wettbewerb um den Langstrecken-Geschäftsverkehr steuern soll. In einem internen Memo, das Marktbeobachtern vorliegt, erklärte Walsh den Mitarbeitern, dass die nächste Wachstumsphase der Airline „unverhohlen global“ sein werde, mit dem klaren Ziel, den Anteil der internationalen Einnahmen innerhalb von drei Jahren auf 30 Prozent zu verdoppeln. Für Mobilitätsmanager ist dieser Wandel von Bedeutung, da IndiGo bereits über 60 Prozent der inländischen Kapazitäten in Indien kontrolliert und dank aggressiver Bestellungen von Airbus A321LR und XLR bereit ist, Nonstop-Verbindungen nach Westeuropa, Ostasien und Afrika von sekundären indischen Städten aus anzubieten. Kürzere Routen verringern die Fürsorgepflicht-Risiken, ermöglichen Tagesrückflüge und könnten die Gesamtreisekosten im Vergleich zu Verbindungen mit einem Zwischenstopp in Golf-Hubs um 10–15 Prozent senken. Walsh deutete zudem Kooperationen mit Flughafenbetreibern an – Neu-Delhi hat ein Richtliniendokument vorgelegt, das Flughafenbesitzern erlaubt, eigene „Captive“-Fluggesellschaften zu gründen – was den Weg für integrierte Reiseprodukte ebnet. Schließlich versprach er, die Störfallbewältigung bei IndiGo nach der Piloten-Dienstplan-Krise im vergangenen Dezember zu „professionalisieren“, ein wichtiger Punkt für Geschäftskunden. Zusammengenommen könnte diese Strategie multinationalen Unternehmen mit Sitz in Indien eine ernstzunehmende Alternative zu den Golf-Superverbindern bieten und Air India zu einer beschleunigten eigenen Transformation drängen.
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