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Renfe startet Ausschreibung über 2 Milliarden Euro für neue Hochgeschwindigkeitszüge der nächsten Generation

Nov. 28, 2025
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Renfe startet Ausschreibung über 2 Milliarden Euro für neue Hochgeschwindigkeitszüge der nächsten Generation
Auf der Fachmesse Rail Live in Madrid am 27. November bestätigte Spaniens neuer Verkehrsminister Óscar Puente, dass der staatliche Betreiber Renfe Anfang 2026 eine internationale Ausschreibung für den Kauf von 35 bis 45 Hochgeschwindigkeitszügen starten wird. Das Programm, das von Branchenexperten auf 1,8 bis 2,2 Milliarden Euro geschätzt wird, soll die veralteten Talgo-‘Avril’-Züge ersetzen und die Kapazitäten erweitern, da die Fahrgastzahlen bei den AVE- und Avlo-Verbindungen im nächsten Jahr voraussichtlich einen Rekord von 50 Millionen erreichen.

Puente nannte fünf Hersteller, die bereits im Rahmen von Markterkundungen kontaktiert wurden: Siemens (Velaro Novo), das chinesische CRRC (CR450), Hitachi Rail (Frecciarossa 1000), CAF (Oaris 2.0) und Alstom (Avelia Horizon). Nur Siemens und Hitachi verfügen über in Europa zertifizierte Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 350 km/h. Renfe betont jedoch, dass die Angebote nach Lebenszykluskosten, Liefergeschwindigkeit, Wartungsfreundlichkeit und der Fähigkeit zur Nachrüstung von ERTMS-Signalisierung für grenzüberschreitende Fahrten nach Frankreich und langfristig auch Portugal bewertet werden.

Für Manager im Bereich globale Mobilität und Geschäftsreisen signalisiert die Ankündigung, dass Spanien den Schienenverkehr als wettbewerbsfähige Alternative zum Kurzstreckenflug weiter vorantreiben will – insbesondere auf den stark frequentierten Korridoren Madrid–Barcelona und Madrid–Valencia. Nach Inbetriebnahme der neuen Flotte, geplant für 2029, soll die Fahrzeit Madrid–Barcelona auf 2 Stunden 15 Minuten verkürzt werden, was Tagesgeschäftsreisen ohne Übernachtung ermöglicht und den CO₂-Fußabdruck im Rahmen grüner Reisepolitik reduziert. Die Ausschreibung sieht zudem bis zu 15 Prozent mehr Sitzplätze pro Zug vor, um den Druck auf die Spitzenzeiten zu verringern, der derzeit Unternehmen dazu zwingt, flexible Tarife zu Premiumpreisen zu buchen.

Renfe startet Ausschreibung über 2 Milliarden Euro für neue Hochgeschwindigkeitszüge der nächsten Generation


Die Beschaffung erfolgt, nachdem Talgo’s Avril-Einheiten wegen Rissen im Drehgestellrahmen aus dem Hochgeschwindigkeitsverkehr genommen und auf langsamere Avant-Verbindungen umgestellt wurden. Die technischen Probleme sowie die Liberalisierung des Marktes mit neuen Wettbewerbern wie Ouigo und Iryo haben Kapazitätslücken offengelegt, während Spanien bis 2030 75 Millionen AVE-Fahrgäste anstrebt. Die Finanzierung der neuen Züge soll aus Renfe-eigenen Mitteln, Krediten der Europäischen Investitionsbank und möglicherweise EU-Fördermitteln im Rahmen des Green Deal zur Verkehrsverlagerung erfolgen.

Die Hersteller werben bereits intensiv in Madrid: Siemens hebt den niedrigen Energieverbrauch hervor, Hitachi verweist auf bewährte Leistungen in Italien und Spanien, Alstom betont die Kapazität von Doppelstockzügen, CRRC bietet eine unvergleichliche Höchstgeschwindigkeit, steht aber vor EU-Subventionsprüfungen. CAF argumentiert, dass ein in Spanien gebauter Oaris Arbeitsplätze und Know-how im Land halten würde – ein Faktor, der eine Koalitionsregierung mit Minderheitsmehrheit und Fokus auf Reindustrialisierung beeinflussen könnte.

Das Ausschreibungsdokument, das im Februar 2026 veröffentlicht werden soll, wird eine Flottenverfügbarkeit von mindestens 85 Prozent und einen 30-jährigen Wartungsvertrag vorschreiben. Die Bieter müssen die Lieferung der ersten Einheiten bis Mitte 2029 garantieren – ein ambitioniertes Ziel, das Puente jedoch als „nicht verhandelbar, wenn Spanien an der Spitze der Hochgeschwindigkeitsmobilität bleiben will“ bezeichnete.
Quelle: Cadena SER

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