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Radar-Ausfall im Milan Area Control Centre legt den Luftverkehr im Nordwesten Italiens lahm

Dez. 7, 2025
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Radar-Ausfall im Milan Area Control Centre legt den Luftverkehr im Nordwesten Italiens lahm
Ein Kaskadenausfall im Area Control Centre (ACC) von ENAV in Mailand legte am Samstag, den 6. Dezember, um 20:55 Uhr Radar- und Kommunikationssysteme lahm. Die Fluglotsen mussten daraufhin einen sofortigen Startstopp an fünf der verkehrsreichsten Flughäfen Norditaliens anordnen: Mailand-Malpensa, Mailand-Linate, Bergamo-Orio al Serio, Turin-Caselle und Genua-Cristoforo Colombo. Fast zwei Stunden lang konnten keine Flugzeuge starten oder landen, über 300 Flüge wurden verspätet, umgeleitet oder gestrichen, was Tausende Passagiere in der Lombardei, im Piemont, in Ligurien und im Aostatal strandete.

ENAV-Techniker identifizierten die Ursache als Softwarefehler, der die Übertragung von Radardaten, Wetterinformationen und Flugplanaktualisierungen an Tower- und Cockpitsysteme beeinträchtigte. Der Betrieb wurde gegen 22:15 Uhr teilweise wieder aufgenommen, doch bis kurz nach 23:00 Uhr kam es weiterhin zu sporadischen Ausfällen. Airlines leiteten Langstreckenflüge nach Zürich, Bologna und Rom um; easyJet und Ryanair warnten, dass sich die Verspätungen bis in den Sonntag hinein auswirken würden.

Radar-Ausfall im Milan Area Control Centre legt den Luftverkehr im Nordwesten Italiens lahm


Der Vorfall offenbart die Verwundbarkeit der zunehmend digitalisierten europäischen Flugsicherungsinfrastruktur. Italien hatte 2023 sein ACC-Netzwerk für 750 Millionen Euro modernisiert, doch das Ereignis am Samstag zeigt weiterhin bestehende Integrationsprobleme zwischen Altsystemen und neuer Technologie. Luftfahrtexperten weisen darauf hin, dass Malpensa inzwischen 56 Prozent mehr Flugbewegungen als 2019 bewältigt – ein kaum vorhandener Puffer bei Ausfall eines einzelnen Knotenpunkts.

Für die Wirtschaft traf die Störung eine wichtige Industrieregion: Führungskräfte auf dem Weg zu Automobilwerken in Turin oder Einkäufer für Mailänder Modemessen verpassten enge Terminfenster, und verderbliche Waren auf Frachtflügen verzögerten sich bei der Zollabfertigung. Logistikmanager prüfen nun alternative Routen und erwägen teureren Straßentransport von südlichen Umschlagplätzen.

ENAV hat eine interne Untersuchung eingeleitet und die EASA informiert. Das Verkehrsministerium forderte binnen zehn Tagen einen Maßnahmenplan und kündigte mögliche Sanktionen an, falls Redundanzprotokolle nicht ordnungsgemäß umgesetzt wurden. Reisenden, die in dieser Woche gebucht haben, wird geraten, NOTAMs aufmerksam zu verfolgen und in Norditalien mehr Zeit für Anschlussflüge einzuplanen.
Quelle: in-Cyprus / Philenews (World desk)

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