
Ein kräftiges Mittelmeertief fegte am 20. und 21. Februar über die Alpen und brachte bis zu 50 Zentimeter Neuschnee, der große Teile Österreichs lahmlegte. In Tirol, Salzburg und der Steiermark wurden die höchsten Lawinenwarnstufen ausgerufen, drei Menschen kamen bei separaten Schneerutschungen in der Nähe von Nauders und St. Anton ums Leben. Während des Höhepunkts des Sturms stellte der Flughafen Wien für sieben Stunden den gesamten Flugbetrieb ein, mehr als 150 Flüge wurden gestrichen – darunter rund 100 von Austrian Airlines – und Langstreckenflüge aus Asien und Nordamerika mussten nach München und Prag umgeleitet werden. Auch die Regionalflughäfen in Graz, Klagenfurt und Salzburg wurden vorübergehend geschlossen, während die ÖBB Zugreisende vor mehrstündigen Verspätungen warnten, da Oberleitungen vereist waren. Der Straßengüterverkehr war ebenso stark betroffen: Die A21 Wiener Außenring Autobahn und Abschnitte der Semmering S6 wurden für Lkw gesperrt, was Hunderte Lastwagen strandete und Just-in-Time-Lieferungen an Automobilwerke in Oberösterreich unterbrach. Der Logistikverband ZV Spedition & Logistik schätzte die direkten Kosten pro Ausfalltag auf 4,5 Millionen Euro. Energieversorger kämpften mit Stromausfällen, die 30.000 österreichische und 40.000 slowenische Haushalte betrafen, was die Homeoffice-Regelungen multinationaler Unternehmen in der Region erschwerte. Der nationale Wetterdienst GeoSphere Austria bestätigte, dass Wien seit über zwei Jahrzehnten keinen so intensiven Schneefall im Februar erlebt hatte. Klimaforscher weisen darauf hin, dass wärmere Winter paradoxerweise zu heftigeren Einzelevents mit starkem Schneefall führen können, wenn feuchte Luftmassen aus dem Süden auf polare Kaltluft treffen. Dies deutet darauf hin, dass Extremwetter-Szenarien künftig häufiger als „Jahrhundertereignisse“ betrachtet werden müssen. Für Mobilitätsmanager unterstreicht der Blizzard die Bedeutung multimodaler Notfallpläne: Unternehmen mit vorab genehmigten grenzüberschreitenden Bahnverbindungen und Hotelkontingenten in Linz für umgeleitete Crews berichteten von schnelleren Erholungszeiten. Versicherungsmakler erwarten eine Zunahme von Schadensmeldungen wegen verpasster Anschlussverbindungen und Verderb von Frischwaren, was die Prämien für wichtige Winter-Handelsrouten voraussichtlich steigen lässt.
Quelle: Upday News