
Frische US-Gerichtsunterlagen vom 28. Februar zeigen, dass bisher nur 70 Arbeitgeber die umstrittene Zusatzgebühr von 100.000 US-Dollar gezahlt haben – eingeführt Ende 2025 für jede neue H-1B-Anfrage, die die Schwelle von 50 Mitarbeitern mit mindestens 50 % Nicht-Einwanderern überschreitet. Die Daten bestätigen, was indische IT-Dienstleister befürchteten: Viele mittelgroße US-Beratungsfirmen verschieben oder streichen ihre Sponsoring-Angebote, wodurch die Zahl der verfügbaren Stellen auf Kundenseite für indische Staatsangehörige schrumpft. Einwanderungsanwälte erklären, dass die von der Trump-Administration eingeführte Gebühr zur „Schutz amerikanischer Arbeitnehmer“ die Gesamtkosten für die Einstellung eines H-1B-Fachkräften im ersten Jahr effektiv um 30–35 % erhöht. Indische Talente sind dabei die Leidtragenden. Die Jobbörse Dice meldet seit Januar einen Rückgang von 12 % bei neuen H-1B-gestempelten Stellenanzeigen. Einige Arbeitgeber verlagern Positionen in nahegelegene Zentren wie Toronto und Guadalajara oder verlangen von indischen Beratern, vertraglich geregelt aus Bengaluru remote zu arbeiten – was steuerliche Fragen zur Betriebsstätte für indische Unternehmen aufwirft. Politischer Ausblick: Wirtschaftsverbände drängen den Kongress, die Zusatzgebühr im nächsten Haushalt auslaufen zu lassen. Bis dahin müssen indische Personaldienstleister ihre Zielmärkte diversifizieren und Talente für Kanadas Global Talent Stream sowie das britische Scale-up-Visum weiterqualifizieren, um Risiken abzufedern. Mobility-Manager sollten aktuelle H-1B-Pipelines auf Kostenrisiken prüfen, Kundenverträge an die neue Gebührenstruktur anpassen und Entsandte über längere Bearbeitungszeiten informieren, da die Gebührenabrechnungen eine zusätzliche Verwaltungsebene schaffen.
Quelle: The Times of India