
Auf der ITB-Reisemesse in Berlin forderten die Tourismusminister von Salzburg und Tirol die Abschaffung oder deutliche Senkung der österreichischen pauschalen „Fluggastabgabe“ – derzeit 12 Euro bei den meisten Abflügen und bis zu 30 Euro bei sehr kurzen Strecken. Am 5. März argumentierte Salzburgs Stefan Schnöll, dass diese Abgabe regionale Flughäfen im Wettbewerb mit deutschen und tschechischen Konkurrenten, die nur eine Autostunde entfernt sind, benachteilige. Isabella Laimer, Geschäftsführerin des Salzburg Airport, ergänzte, dass staatliche Zuschüsse für kleinere Inlandsflughäfen den Wettbewerb zusätzlich verzerren: „Wir zahlen dieselbe Steuer, während benachbarte Flughäfen für verlorenen Verkehr entschädigt werden – das ist kein fairer Wettbewerb.“ Die Verkehrs- und Finanzministerien in Wien lehnten die Forderung rasch mit Verweis auf Budgetrestriktionen ab. Die Industriellenvereinigung unterstützte jedoch die Regionen und argumentierte, niedrigere Luftverkehrskosten würden das Exportwachstum ankurbeln. Für Mobilitätsmanager summiert sich die Abgabe: Ein Tagesausflug Wien–München kostet mit Hin- und Rückflug 24 Euro extra an Steuern und ist in den meisten Firmenreiserichtlinien nicht erstattungsfähig. Sollte die Kampagne Erfolg haben, könnten Arbeitgeber bei innergemeinschaftlichen Flügen spürbar sparen, insbesondere für Mitarbeiter im wachsenden Life-Sciences-Cluster Salzburg, das auf häufige Flugverbindungen zu deutschen Drehkreuzen angewiesen ist. Bis dahin könnten Unternehmen auf Bahn- oder Busalternativen ausweichen – diese sind von der Abgabe ausgenommen – oder mit Airlines „All-in“-Tarife aushandeln, um den Zuschlag in Paketpreisen zu verstecken. Die Debatte zeigt auch, dass regionale Regierungen bereit sind, Wien in Fragen der Mobilitätswettbewerbsfähigkeit herauszufordern – ein Trend, der bei der später in diesem Jahr anstehenden Überprüfung von Flughafen-Slotvergaben und Nachtflugbeschränkungen wieder aufkommen könnte.
Quelle: ORF Salzburg
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