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Landesweiter Streik legt am 27. März 2026 U-Bahnen, Busse und einige Regionalzüge in Italien lahm

März 28, 2026
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Landesweiter Streik legt am 27. März 2026 U-Bahnen, Busse und einige Regionalzüge in Italien lahm
Italien erwachte heute Morgen mit einem zersplitterten Verkehrsnetz, da ein 24-stündiger Streik, zu dem mehrere Basis- und branchenspezifische Gewerkschaften aufgerufen hatten, die gesamte Halbinsel erfasste. Der Protest begann am Freitag, den 27. März 2026, um 00:01 Uhr und betrifft Mitarbeiter der ATM in Mailand, EAV in Neapel, NET in Monza-Brianza sowie ein halbes Dutzend kleinerer lokaler Betreiber. Parallel dazu legten Lehrer, Schulpersonal und große Teile der nationalen Presse die Arbeit nieder.

Laut der Krisenzentrale des Verkehrsministeriums liefen die U-Bahn-Dienste auf den vier Linien in Mailand während des morgendlichen Berufsverkehrs nur mit etwa 25 % der normalen Kapazität, wobei für den späten Abend mit vollständigen Ausfällen gerechnet wird, sobald die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestdienste enden. Das Pendlernetz Circumvesuviana in Neapel meldete Verspätungen von bis zu 90 Minuten, und auch regionale Busverbindungen rund um Novara sowie in Teilen Piemonts waren stark eingeschränkt.

Obwohl das italienische Streikrecht „essenzielle Mindestdienste“ garantiert, hat der Ausstand bereits eine Domino-Wirkung für Geschäftsreisende. Die in Mailand ansässigen Bodenabfertiger an den Flughäfen Linate und Malpensa streiken heute nicht (sie hatten bereits Anfang des Monats gestreikt), doch der Mangel an Anschlussverkehren führt an beiden Flughäfen zu Engpässen. Unternehmen mit Flügen zu Meetings wurden gewarnt, mit verpassten Anschlüssen zwischen Bahnhöfen und Flughäfen zu rechnen und frühzeitig Ersatztaxis zu buchen. Hotelconcierges berichteten Sky TG24 von einem starken Anstieg an kurzfristigen Anfragen für Chauffeurdienste von Geschäftsreisenden, die sich nicht auf den öffentlichen Nahverkehr verlassen können.

Landesweiter Streik legt am 27. März 2026 U-Bahnen, Busse und einige Regionalzüge in Italien lahm


Die Streikursachen variieren je nach Branche: Bei den ATM-Mitarbeitern dreht sich der Konflikt um das zukünftige „Milano Next“-Konzessionsmodell und Befürchtungen weiterer Auslagerungen; die Lehrergewerkschaft SISA fordert eine Nettolohnerhöhung von 20 % sowie umfassende Vertragsreformen; Journalisten verlangen die längst überfällige Erneuerung ihres nationalen Tarifvertrags, der vor einem Jahrzehnt ausgelaufen ist. Gemeinsamer Nenner ist jedoch die steigende Lebenshaltungskosten – der Verbraucherpreisindex für Februar wurde mit 5,1 % bestätigt – sowie das Gefühl vieler Beschäftigter im Kundenkontakt, dass die nachpandemischen Sparmaßnahmen die Ressourcen an ihre Grenzen gebracht haben.

Für Personal- und Global-Mobility-Manager ergeben sich daraus unmittelbare praktische Folgen. Mitarbeitende mit Einsatzorten in Mailand und Neapel oder solche, die für Kurzprojekte über diese Knotenpunkte reisen, müssen heute mit einer höheren Verspätungswahrscheinlichkeit rechnen und sollten, wo möglich, die Möglichkeit zum Homeoffice erhalten. Duty-of-Care-Teams raten Reisenden zudem, Bordkarten und Taxiquittungen aufzubewahren, da diese bei Verspätungen, die zu verpassten Flügen führen, oft gemäß EU-Verordnung 261/2004 erstattungsfähig sind.

Arbeitgeber, die am Wochenende Expats zu italienischen Kundenstandorten entsenden, sollten beachten, dass sich die Verkehrsleistungen über Nacht allmählich normalisieren, die Rückstaus in der Mailänder U-Bahn jedoch voraussichtlich bis Samstagmorgen anhalten. Für die Zukunft haben die Gewerkschaften bereits neue Streiks terminiert: am 16. April (Journalisten) und am 28. April (örtlicher Nahverkehr in Bari und Molfetta). Das Infrastruktur- und Verkehrsministerium hat signalisiert, im Falle festgefahrener Verhandlungen die „Precettazione“ – die Zwangsverpflichtung von Personal – in Erwägung zu ziehen.

Multinationale Unternehmen mit großen italienischen Niederlassungen überprüfen daher ihre Reisegenehmigungsverfahren und reaktivieren Pandemie-bedingte Notfallpläne wie gemeinsames Fahrtenpooling und virtuelle Kundentermine. Angesichts der zahlreichen internationalen Veranstaltungen im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2026 in Italien erinnert der heutige Streik daran, dass Arbeitsbeziehungen und deren Auswirkungen auf die Mobilität ein kritisches Risikofaktor bleiben.
Quelle: Sky TG24

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