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Stadler Rail zieht Klage zurück – Siemens kann 200 neue Doppelstockzüge für die SBB bauen

Apr. 7, 2026
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Stadler Rail zieht Klage zurück – Siemens kann 200 neue Doppelstockzüge für die SBB bauen
Der im Thurgau ansässige Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail gab am 6. April 2026 bekannt, dass er seine Berufung gegen die Vergabe eines Auftrags über 2,8 Milliarden CHF für 200 Doppelstock-Intercity-Züge an Siemens Mobility aus Deutschland durch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) zurückzieht. Dieser Schritt beendet monatelange rechtliche Unsicherheiten und ermöglicht es SBB und Siemens, den endgültigen Vertrag zu unterzeichnen, wodurch die seit September 2025 auf Eis gelegten Designarbeiten wieder aufgenommen werden können. Stadler hatte nach dem knapp verlorenen Ausschreibungsverfahren den Fall vor das Bundesverwaltungsgericht gebracht und bemängelt, dass die Bewertungskriterien undurchsichtig gewesen seien. In der Mitteilung vom Montag erklärte das Unternehmen jedoch, dass die vom Gericht freigegebenen Unterlagen derart stark geschwärzt waren, dass eine Fortsetzung der Anfechtung aussichtslos sei. Vorstandsvorsitzender Peter Spuhler räumte ein: „Wir müssen die Entscheidung auf Basis der uns vorliegenden Informationen akzeptieren.“ Für Mobilitätsplaner und die täglich 125.000 Fahrgäste im Schweizer Intercity-Netz ist dies eine gute Nachricht. Siemens kann nun den ehrgeizigen Zeitplan der SBB einhalten: Die ersten achtteiligen «Desiro HC CH»-Testzüge sollen 2029 eintreffen, die vollständige Flottenauslieferung ist zwischen 2030 und 2034 geplant. Die Züge werden auf den stark frequentierten Achsen Zürich–Bern, Basel–Genf und St. Gallen–Lausanne die Sitzplatzkapazität um rund 30 Prozent erhöhen und so die Stoßzeiten-Überfüllung entschärfen, die viele Unternehmen bisher zu versetzten Arbeitszeiten zwang. Der Vertrag sieht einen Mindestanteil von 50 Prozent Schweizer Wertschöpfung vor, was Montage, Wartung und Ersatzteillieferungen in den Werken Bussnang, Winterthur und Yverdon sichert. Siemens wird mit Schweizer Zulieferern für Drehgestelle, Klima- und Fahrgastinformationssysteme zusammenarbeiten, was den Wegfall des Stadler-Auftrags teilweise kompensiert. Aus regulatorischer Sicht unterstreicht der Fall die Bedeutung eines transparenten Zugangs der Bieter zu Bewertungsunterlagen – ein Punkt, den die Bundesbeschaffungsaufsicht in künftigen Richtlinien voraussichtlich aufgreifen wird. Für die Mobilitätsverantwortlichen bedeutet dies, dass sie ab den frühen 2030er-Jahren mit einem modernisierten Intercity-Fahrplan rechnen können, inklusive 5G-Abdeckung an Bord, barrierefreiem Niederflurzugang und einer Reisegeschwindigkeit von 200 km/h, die die Fahrzeit zwischen Zürich und Bern um bis zu zehn Minuten verkürzen könnte.
Quelle: blue News

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