
Ein landesweiter Streik, der nächste Woche die Ausländerbehörden in Spanien lahmlegen hätte können, wurde abgewendet. Am späten Donnerstagabend erzielten die Gewerkschaften CCOO und CSIF eine Last-Minute-Einigung mit dem Ministerium für Integration, die eine Gehaltserhöhung von 10 bis 18 % sowie die Einstellung von 700 zusätzlichen Sachbearbeitern vorsieht, um die außergewöhnliche Regularisierung in diesem Frühjahr zu bewältigen. Die Mitarbeiter an vorderster Front hatten gewarnt, dass der Anstieg der Anträge – möglicherweise bis zu 500.000 – den ohnehin schon überlasteten Dienst, bei dem manche Antragsteller monatelang auf Termine warten, überfordern würde. Die Vereinbarung sichert Überstundenbudgets, schafft einen Schnellkanal für Sammelanträge von Unternehmen und verpflichtet das Ministerium, das veraltete IT-System Mercurio bis Juli zu modernisieren. Im Gegenzug zogen die Gewerkschaften die für den 22. April geplanten Streikankündigungen zurück. Für Unternehmen, die Mitarbeiter nach Spanien entsenden, ist diese Entspannung entscheidend. Die Terminkalender bleiben geöffnet, und das Ministerium verspricht, die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten für hochqualifizierte Visa (HQA, ICT und Genehmigungen nach dem Unternehmergesetz) unter 20 Arbeitstagen zu halten. Rechtsanwaltskanzleien raten ihren Mandanten dennoch, frühzeitig Anträge zu stellen und die Terminportale im Auge zu behalten, da sich die Rückstände nach Beginn der persönlichen Einreichungen am 20. April noch vergrößern könnten. Der Vorfall verdeutlicht, wie politische Änderungen – selbst solche, die unternehmensfreundlich sind – operative Herausforderungen auslösen können, wenn nicht zusätzliche Ressourcen bereitgestellt werden. HR-Mobilitätsteams sollten kurzfristig mit längeren Bearbeitungszeiten rechnen und die Kosten für Kurierdienste einplanen, wenn physische Unterlagen außerhalb der wichtigsten Metropolregionen eingereicht werden müssen.
Quelle: Euronews