
Qantas hat seinem Billigflieger Jetstar folgend den Flugplan gekürzt und eine Kapazitätsanpassung für den Zeitraum vom 18. Mai bis 30. Juni 2026 eingereicht, die mehr als 1.050 Flüge aus dem Inlandsprogramm streicht – ein Rückgang von 3,6 % im Vergleich zur Meldung vom 22. März. Die auffälligste Maßnahme ist die vollständige Streichung von drei wenig frequentierten Regionalstrecken: Adelaide–Mount Gambier, Melbourne–Coffs Harbour sowie der saisonale Service Melbourne–Hamilton Island für den Großteil des Juni. Die Kürzungen wirken sich auf das gesamte Netzwerk aus: Die Strecke Sydney–Melbourne, der weltweit zweitstärkste Luftverkehrskorridor, reduziert sich von 1.339 auf 1.251 Einzelflüge, während Brisbane–Sydney um 37 Flüge und Melbourne–Brisbane um 31 Flüge sinkt. Auch bergbaubezogene Verbindungen wie Perth–Port Hedland und Brisbane–Emerald werden um einstellige Prozentsätze reduziert. Insgesamt wird Qantas in diesem sechs Wochen umfassenden Zeitraum 28.237 Inlandsflüge durchführen, nach zuvor 29.294. Branchenkreise berichten, dass die Airline ihre Wide-Body-Flugzeuge Boeing 787 und Airbus A330 vermehrt für Langstreckenflüge nach Europa einsetzt, da Umleitungen im Nahen Osten die Flugzeiten verlängerten und zusätzliche Flugstunden verursachten. Durch die Entzerrung der Spitzenzeiten im Inland kann Qantas Kapazitäten bei den Narrow-Body-Flugzeugen freimachen, um die transkontinentale Nachfrage zu bedienen, ohne auf Wet-Leasing ausländischer Flugzeuge zurückgreifen zu müssen. Für Geschäftsreisende bedeutet dies eine geringere Sitzplatzverfügbarkeit auf den Hauptstrecken an der Ostküste in den letzten Wochen des australischen Geschäftsjahres – eine Zeit, die traditionell von vielen Führungskräften genutzt wird. Unternehmen mit zeitkritischen Terminen sollten frühzeitig buchen oder auf Virgin Australia beziehungsweise Rex auf kürzeren Strecken ausweichen. Regionale Gemeinden, die ihren Direktflug verlieren, müssen künftig auf Anschlussflüge über die Landeshauptstädte setzen, was die Reisezeiten verlängern und die Kosten für Pendler im Fly-in-Fly-out-System erhöhen könnte.
Quelle: AeroRoutes