
Ein unbefristeter Streik der Fluglotsen des privaten Anbieters Saerco ging am 20. April in den vierten Tag und beeinträchtigte die Turmbetriebe an neun Regionalflughäfen: Sevilla, Jerez, A Coruña, Vigo, Madrid-Cuatro Vientos sowie den kanarischen Flughäfen Lanzarote, Fuerteventura, El Hierro und La Palma. Der Streit dreht sich um Personalmangel und kurzfristige Dienstplanänderungen, die laut Gewerkschaften die Sicherheit gefährden und gegen Spaniens Arbeitszeitregelungen verstoßen. Das spanische Verkehrsministerium hat Mindestdienstleistungen angeordnet, erwartet jedoch dennoch bis zu 20.000 gestrichene Flugbewegungen in diesem Monat, was rund 2,6 Millionen Passagiere betrifft. Der Zeitpunkt ist heikel: Sevilla richtet diese Woche das Copa del Rey-Finale und die berühmte Feria de Abril aus, während auf den Kanarischen Inseln der Maifeiertagsansturm bevorsteht. Der Streik der Fluglotsen fällt mit separaten Arbeitsniederlegungen bei Groundforce und Azul Handling zusammen. Luftfahrtanalysten warnen vor kumulierten Störungen: Selbst wenn ein Flug den Personalkürzungen im Tower entgeht, drohen bei der Ankunft Verzögerungen am Boden. Fluggesellschaften haben bereits proaktiv Flüge auf stark frequentierten Inlandsstrecken mit Bahn-Alternativen gestrichen, um knappe Slots für internationale Verbindungen mit engen Anschlusszeiten freizuhalten. Nach EU-Verordnung 261 haben Reisende Anspruch auf Umbuchung oder Erstattung sowie Betreuung (Mahlzeiten, Hotels, Transfers). Geschäftsreisende sollten ihre Mitarbeiter über die erforderlichen Unterlagen für Entschädigungsansprüche informieren und Bahn- oder Straßenalternativen zwischen Madrid, Sevilla und Galicien prüfen. Für Reisen auf die Kanarischen Inseln sind längere Zwischenstopps oder Übernachtungen auf dem Festland ratsam. Der Streik verdeutlicht die strukturellen Spannungen im liberalisierten spanischen Tower-Markt. Die Verträge von Saerco an den betroffenen Flughäfen laufen Ende 2027 aus; die Gewerkschaften fordern, dass die nächste Ausschreibung kleinere Türme wieder unter den öffentlichen Betreiber ENAIRE zusammenfasst, um Personalstärke und einheitliche Arbeitsstandards zu gewährleisten.
Quelle: Idealista News
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