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„Albtraumhafte“ Warteschlangen zeigen frühe Probleme des EU-Ein- und Ausreisesystems für britische Reisende auf

Mai 1, 2026
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„Albtraumhafte“ Warteschlangen zeigen frühe Probleme des EU-Ein- und Ausreisesystems für britische Reisende auf
Ein Bericht des Guardian vom 30. April schildert die Erfahrungen britischer Passagiere, die stundenlang in Warteschlangen an EU-Flughäfen festsaßen, während das Ein- und Ausreisesystem (EES) vollständig eingeführt wurde. Reisende in Pisa, Lissabon und Athen berichteten von Wartezeiten von drei bis vier Stunden, während Fingerabdrücke genommen und Softwareprobleme behoben wurden. Einige Flughäfen kehrten zur manuellen Stempelung zurück, was den eigentlichen Zweck des EES untergräbt. Der Artikel hebt eine zentrale Herausforderung für die Mobilität hervor: Im Schengen-Raum werden jährlich rund 200 Millionen Passagierbewegungen von Drittstaaten verzeichnet, wobei britische Staatsbürger inzwischen 14 % dieses Volumens ausmachen. Selbst eine moderate Verzögerung von 30 Sekunden pro Reisendem summiert sich auf 775.000 Arbeitsstunden pro Jahr – eine Belastung für die Personalressourcen, die die meisten Grenzbehörden bislang nicht finanziert haben. Datenschutzexperten äußern zudem Bedenken, dass die Speicherdauer der EES-Daten (drei Jahre für visumfreie Reisende) die Anforderungen der britischen DSGVO übersteigt. Unternehmen, deren Mitarbeiter regelmäßig zwischen Großbritannien und EU-Büros pendeln, müssen nun unterschiedliche Datenschutzregelungen bei der Erfassung von Mitarbeiterbewegungen berücksichtigen. Der Guardian-Artikel verweist darauf, dass Pilotprojekte mit Schnellkiosken für Vielflieger am Pariser Flughafen Charles de Gaulle die Registrierungszeit um 40 % verkürzen, diese Spuren jedoch weder für Freizeitreisende noch für Erstnutzer des EES zugänglich sind – Gruppen, die in der Hochsaison den Großteil der Passagiere ausmachen. Solange die Abfertigung nicht effizienter wird, sollten Mobilitätsmanager ihre Mitarbeiter auf weniger frequentierte Einreisepunkte (z. B. Porto statt Lissabon) lenken und Ankünfte außerhalb der Stoßzeiten von 10 bis 14 Uhr empfehlen, da Erfahrungswerte hier die größten Engpässe zeigen. Langfristig plant die EU, das EES mit dem ETIAS-Vorabklärungssystem zu verknüpfen, dessen Einführung sich jedoch bis Ende 2027 verzögert. Bis dahin müssen britische Unternehmen und Hochschulen, die Mitarbeiter oder Studierende nach Europa entsenden, längere Reisezeiten und mögliche verpasste Anschlussverbindungen im Zug- oder Inlandsflugverkehr einkalkulieren.
Quelle: The Guardian

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