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Ryanair fordert Frankreich auf, neue biometrische EES-Kontrollen vor dem Sommeransturm auszusetzen

Mai 2, 2026
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Ryanair fordert Frankreich auf, neue biometrische EES-Kontrollen vor dem Sommeransturm auszusetzen
Die Billigfluggesellschaft Ryanair hat sich mit einem Schreiben an den französischen Innenminister Laurent Nuñez gewandt und fordert eine sofortige Aussetzung des neuen EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) bis mindestens September. In einem am 1. Mai veröffentlichten offenen Brief warnt die Airline davor, dass die „halbfertigen“ biometrischen Kioske an französischen Flughäfen zu stundenlangen Warteschlangen für Familien und große Reisegruppen führen könnten, was die Pünktlichkeit in der Hochsaison und die Anschlussflüge gefährde.

Im Rahmen des EES müssen Staatsangehörige visafreier Länder wie Großbritannien, den USA und Australien bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum Fingerabdrücke und ein Passfoto abgeben. Laut The Local sind die Hardware-Installationen an den französischen Flughäfen zwar abgeschlossen, doch Schulungen des Personals und Tests mit echten Passagieren hinken hinterher. Ryanair kritisiert, das System sei „nicht bereit für reale Passagierzahlen“ und Airlines würden verantwortlich gemacht, wenn Reisende Flüge verpassen.

Ryanair fordert Frankreich auf, neue biometrische EES-Kontrollen vor dem Sommeransturm auszusetzen


Die Airline fordert Frankreich auf, die Flexibilitätsklauseln zu nutzen, die es den Mitgliedstaaten erlauben, das EES in Ausnahmezeiten vorübergehend auszusetzen. Für multinationale Unternehmen stehen viel auf dem Spiel: Firmen, die regelmäßig kurzfristig Mitarbeiter nach Frankreich entsenden, könnten mit deutlich längeren Einreisezeiten rechnen – von bisher 90 Sekunden auf bis zu zehn Minuten pro Reisendem, falls es zu Engpässen bei der Registrierung kommt. Mobilitätsteams wird daher empfohlen, Pufferzeiten zwischen Ankunft und Folgeterminen einzuplanen, Vielreisende möglichst vorab zu registrieren und mögliche Überstunden bei Chauffeurdiensten einzuplanen.

Französische Behörden haben bislang keine Anzeichen gezeigt, Ryanairs Forderung nachzukommen. Das Innenministerium verweist darauf, dass Frankreich bereits von einer EU-weiten „progressiven Einführungsphase“ von Oktober 2025 bis April 2026 profitiert habe und nun volle Umsetzung gefordert sei. Der Flughafenbetreiber Groupe ADP versichert, dass zusätzliches Personal und mobile Registrierungseinheiten an den Flughäfen CDG, Orly und Nizza eingesetzt werden, um Störungen zu minimieren.

Selbst wenn eine generelle Aussetzung abgelehnt wird, könnten Experten zufolge gezielte Maßnahmen ergriffen werden – etwa spezielle Spuren für Geschäftsreisende, verstärkter Einsatz der PARAFE-E-Gates für bereits registrierte Rückkehrer oder temporäre Personalaufstockungen, finanziert durch die Luftverkehrssteuer. Bis Klarheit herrscht, sollten Unternehmen die Hinweise der Fluggesellschaften genau verfolgen und Reisende ab Mitte Mai anhalten, an der Grenzkontrolle mehr Zeit einzuplanen.
Quelle: The Local France

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