
Das polnische Ministerium für digitale Angelegenheiten bestätigte am Morgen des 11. Mai 2026, dass der Authentifizierungsdienst „Profil Zaufany“ des Landes ausgefallen ist. Dadurch können Nutzer sich weder einloggen noch elektronische Unterschriften leisten. Der Ausfall betrifft Millionen polnischer Bürger, die das e-ID für Steuer-, Gesundheits- und Sozialportale nutzen, hat jedoch besonders gravierende Auswirkungen auf die schnell wachsende ausländische Gemeinschaft und die Unternehmen, die sie beschäftigen. Seit dem 27. April müssen fast alle Anträge auf eine befristete, unbefristete oder langfristige EU-Aufenthaltserlaubnis über die neue MOS 2.0-Plattform eingereicht werden. Das Portal authentifiziert ausschließlich über das Profil Zaufany; ohne dieses können Antragsteller keinen Antrag starten, unterschreiben oder bezahlen, und Personalabteilungen können die verpflichtenden Arbeitgebererklärungen (Anhang 1) nicht hochladen. Einwanderungsanwälte berichten, dass dutzende Fristen – darunter das 30-Tage-Fenster für Arbeitgeber, Formulare elektronisch zu unterzeichnen – verpasst werden könnten, falls die Störung länger als 24 Stunden andauert. Dies könnte zur Aussetzung von Verfahren oder Bußgeldern von bis zu 30.000 PLN pro Arbeitnehmer führen. Das Ministerium riet Nutzern, vorübergehend auf die mobile-ID-App mObywatel umzusteigen, doch MOS akzeptiert diese Anmeldedaten bislang nicht. Die regionalen Einwanderungsbehörden erklärten, sie würden die gesetzlichen Fristen weiterhin zählen, da der Ausfall „ein technisches Hindernis außerhalb der Kontrolle der Behörde“ sei. Arbeitgeber stehen somit vor einem Dilemma: das Risiko der Nichteinhaltung eingehen oder versuchen, Anträge persönlich einzureichen, die unter den Digital-First-Regeln möglicherweise abgelehnt werden. Global-Mobility-Manager werden dringend gebeten, 1) ausländische Mitarbeiter zu identifizieren, deren Aufenthaltsfristen in den nächsten zwei Wochen ablaufen; 2) papierbasierte Backup-Anträge für zeitkritische Fälle vorzubereiten; 3) Screenshots des Systemausfalls zu sichern, um höhere Gewalt geltend machen zu können, und 4) Reisende darüber zu informieren, dass auch Online-Anträge für Steuernummern, EU-Blaukarte-Verlängerungen und Entsenderegistrierungen verzögert sein werden. Das Ministerium hat keinen Zeitrahmen für die Wiederherstellung des Dienstes genannt.
Quelle: Polska Agencja Prasowa