
Swiss International Air Lines (SWISS) und weitere Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe haben alle Passagierflüge nach Tel Aviv, Dubai und acht weiteren Zielen im Nahen Osten eingestellt, berichtete der Swiss Observer am Sonntag, den 17. Mai 2026. Die Aussetzung gilt mindestens bis zum 31. Mai für Israel und die VAE sowie bis zum 24. Oktober für eine erweiterte Liste, zu der auch Riad, Maskat und Teheran gehören. Als Gründe nennen die Airlines die zunehmende regionale Instabilität und das „erhöhte operative Risiko“ nach einer Reihe von Drohnenangriffen auf die Öl-Infrastruktur im Golf Anfang des Monats. Die Versicherungsprämien für Überflüge über das östliche Mittelmeer und den Persischen Golf haben sich seit Anfang Mai Berichten zufolge verdreifacht, während die Kerosinpreise nahe Rekordhöhen bleiben, was die Routen wirtschaftlich untragbar macht. Für die Schweiz sind die Auswirkungen unmittelbar spürbar: Die Flughäfen Zürich und Genf verlieren rund 28 wöchentliche Frequenzen, die wichtige Handelsverbindungen zu den Finanzzentren am Golf sichern. Die Mobilitätsteams der Unternehmen, die regionale Hauptsitze in Dubai oder Riad betreuen, müssen Reisende nun über Istanbul, Athen oder Kairo umleiten, was jeweils vier bis acht Stunden mehr Reisezeit bedeutet. Die längeren Reiserouten bringen Herausforderungen bei der Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeitvorgaben in der Schweiz mit sich und könnten zu Anpassungen der Risikoanalysen im Rahmen der Fürsorgepflicht führen. SWISS erklärt, dass betroffene Passagiere ihre Tickets umbuchen oder erstatten lassen können, doch Reisebüros warnen, dass die Verfügbarkeit von Plätzen bei alternativen Airlines in der Hochsaison bereits knapp ist. Unternehmen, die zeitkritische Komponenten transportieren – insbesondere aus der Pharma- und Präzisionsindustrie – sollten ihre Luftfracht-Alternativen prüfen und kurzfristige Lagerlösungen an EU-Drehkreuzen in Betracht ziehen. Sollte sich der Zeitplan über den 24. Oktober hinaus verzögern, befürchten Branchenvertreter, dass der Ruf der Schweiz als Luftfahrtdrehkreuz Schaden nehmen könnte, was eine postpandemische Verlagerung des Langstreckentransfers zu konkurrierenden Flughäfen in Wien und München beschleunigen würde.
Quelle: Swiss Observer