
Mit dem schnellen Herannahen der finnischen Sommerernte und der Touristensaison hat der Finnische Einwanderungsdienst (Migri) am 18. Mai 2026 aktualisierte Richtlinien für das dreistufige Saisonarbeitsprogramm des Landes veröffentlicht. Die Klarstellung erfolgt, während Landwirte, Forstunternehmen und Lappland-Resorts vor akuten Arbeitskräftemangel warnen. Die Regeln selbst sind nicht neu – Finnland bietet bereits ein 90-Tage-Saisonarbeitsvisum, eine 90-Tage-Bescheinigung für visumfreie Staatsangehörige sowie eine bis zu neun Monate gültige Aufenthaltserlaubnis an. Neu ist jedoch Migris Schwerpunkt auf die Nutzung der digitalen Enter-Finland-Portale, strengere Arbeitsmarktprüfungen für Jobs mit einer Dauer von sechs bis neun Monaten sowie der Hinweis, dass Inhaber eines vorübergehenden EU-Schutzstatus (insbesondere viele Ukrainer) ohne zusätzliche Genehmigung saisonal arbeiten dürfen. Migri fordert Arbeitgeber zudem auf, sich bei „Enter Finland for Employers“ zu registrieren, um Arbeitsbedingungen elektronisch hochzuladen; Anträge, die auf diesem Weg eingereicht werden, profitieren von niedrigeren Gebühren und schnelleren Bearbeitungszeiten. Für Einsätze von mehr als sechs Monaten müssen Unternehmen nun ihre Rekrutierungsbemühungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums nachweisen – eine Anforderung, die in der Saison 2026 strenger durchgesetzt wird. Ausländische Arbeitskräfte werden darauf hingewiesen, dass eine Saisonarbeitserlaubnis sie an den im Dokument genannten Arbeitgeber bindet. Ein Jobwechsel während der Saison erfordert einen Änderungsantrag, und das Arbeiten ohne die korrekte Genehmigung kann zukünftige Schengen-Visa gefährden. Migri betont, dass Kontrollen sich auf Unterkunftsstandards und die Zahlung der gesetzlich vorgeschriebenen branchenspezifischen Mindestlöhne konzentrieren werden. Für Mobility-Manager ist der wichtigste Punkt das Timing: Beerenpflücker, Hotelpersonal und Forstarbeiter sollten ihre Anträge online lange vor Arbeitsbeginn stellen, da die Antragszahlen im Juni und Juli stark ansteigen. Arbeitgeber, die die neuen digitalen Tools nicht nutzen, riskieren Verzögerungen, die sie in Finnlands Hochsaison personell unterbesetzt zurücklassen könnten.
Quelle: VisasUpdate