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Brasilien startet Tourismus-Offensive in China nach Abschaffung der Visapflicht

Mai 26, 2026
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Brasilien startet Tourismus-Offensive in China nach Abschaffung der Visapflicht
Weniger als zwei Wochen nachdem Brasilien die Visapflicht für Kurzaufenthalte chinesischer Staatsbürger aufgehoben hat, landete Tourismusminister Gustavo Feliciano in Peking, um den weltweit größten Auslandsreisemarkt zu gewinnen. Am 25. Mai stellte Feliciano auf der China Association of Travel Agencies neue Anreize für Fluggesellschaften vor, die Direktflüge nach São Paulo, Rio de Janeiro und Manaus ausbauen, und versprach beschleunigte Genehmigungen für Landezeiten von Charterflügen während der Goldenen Woche im Oktober. Die Mission ist die erste hochrangige Tourismuskampagne Brasiliens in China seit der Pandemie. Sie baut auf einem bilateralen Abkommen auf, das ab dem 11. Mai 2026 gilt und es Inhabern eines regulären chinesischen Reisepasses erlaubt, bis zu 30 Tage visafrei nach Brasilien einzureisen, mit der Möglichkeit einer Verlängerung auf 90 Tage innerhalb von 12 Monaten.

Laut Daten des Tourismusministeriums stiegen die chinesischen Ankünfte in den ersten vier Monaten des Jahres auf 39.800, ein Plus von 33,6 Prozent gegenüber 2025. Die Regierung erwartet, dass die Visafreiheit die Ankünfte bis 2028 auf 200.000 verdoppelt, was bei wiederhergestellter Flugkapazität Ausgaben von geschätzten 450 Millionen US-Dollar bedeutet. Feliciano traf sich mit Führungskräften von China Eastern, Air China und Southern Airlines, um die Wiederaufnahme der Vor-COVID-Dienste zwischen Shanghai und Guarulhos sowie die Einführung einer Guangzhou–Recife-Route zu besprechen, die den Strandtourismus im Nordosten Brasiliens fördern soll.

Brasilien startet Tourismus-Offensive in China nach Abschaffung der Visapflicht


Embratur, die brasilianische Tourismusförderagentur, wird im Juli ein Büro in Shanghai eröffnen und Stipendien für Portugiesischkurse für chinesische Reiseleiter anbieten. Analysten sehen in dem Schritt nicht nur eine Förderung des Freizeittourismus, sondern auch des Geschäftsreisemarkts. „Jeder große brasilianische Rohstoffhändler empfängt inzwischen chinesische Einkaufsteams; die Abschaffung der Visapflicht beseitigt ein Hindernis bei Geschäftsabschlüssen“, erklärte José Monteiro von der Getúlio Vargas Stiftung. Hotelketten wie Accor und Wyndham haben bereits „Ni Hao“-Willkommensprogramme mit UnionPay-Akzeptanz und Frühstücksangeboten wie Reisbrei eingeführt.

Die Fluggesellschaften beobachten die Ertragslage genau. Camila Schmidt, Leiterin des Revenue-Managements bei LATAM, sagte Reportern, dass ein Flug von Shanghai nach São Paulo mindestens 70 Prozent Auslastung mit gemischter Nachfrage aus Freizeit- und Frachtverkehr erreichen müsse, um rentabel zu sein. Das Ministerium betont, dass auch Gegenseitigkeit verhandelt wird: Brasilien strebt Fünftfreiflügerrechte an, die brasilianischen Airlines erlauben würden, Flüge über Seoul oder Tokio anzuhängen und so neue Auslandsoptionen für brasilianische Exporteure schaffen. Gelingt dies, könnten brasilianische Unternehmen ab 2027 von vereinfachten Visa-Prozeduren für Besatzungen und neuen Frachtkorridoren profitieren.
Quelle: Folha de S.Paulo / FollowNews

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