
Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) hat am 11. Juni eine formelle Untersuchung gegen Ryanair eingeleitet, wegen der Praxis, Eltern Gebühren zu berechnen, um Sitzplätze neben ihren Kindern zu garantieren. Obwohl die Untersuchung nach britischem Verbraucherschutzrecht erfolgt, könnten die Maßnahmen erhebliche Auswirkungen in Irland haben, wo Ryanair seinen Hauptsitz hat und für die Flugsicherheit reguliert wird. Die CMA vermutet, dass die automatische Zuweisung getrennter Sitzplätze und die anschließende Gebühr von 4,50 bis 13,50 Euro pro Person für eine Sitzplatzänderung eine unfaire Geschäftspraxis darstellen könnten. Die Behörde wird die Algorithmen der Buchungssysteme, die Offenlegung der Gebühren sowie mögliche Irreführungen von besonders schutzbedürftigen Passagieren prüfen. Sie hat die Befugnis, Bußgelder von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes zu verhängen und Verbraucherentschädigungen durchzusetzen. Für irische Reisende könnten die Ergebnisse Rückerstattungen und Änderungen der Sitzplatzpolitik für Ryanairs Flotte von 550 Flugzeugen bedeuten, was die Reisekosten für Familien in diesem Sommer verringern könnte. Auch Geschäftsreisende, die die günstigsten Tarife buchen, sollten mögliche Änderungen beachten, da Zusatzgebühren für Sitzplätze oft versteckte Kosten im Gesamtpreis darstellen. Ryanair erklärte, man werde „vollumfänglich kooperieren“, betonte jedoch, dass die Familien-Sitzplatzregelung der Sicherheit diene, indem mindestens ein Erwachsener neben einem Kind unter 12 Jahren platziert werde. Änderungen würden netzweit gelten, nicht nur auf Strecken innerhalb Großbritanniens. Die CMA plant, vorläufige Ergebnisse bis Oktober zu veröffentlichen; eine parallele Untersuchung durch die irische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzkommission ist nicht ausgeschlossen.