
Italiens erstes großes Reisewochenende im Sommer startet holprig: Seit Samstag, 13. Juni, 6 Uhr, legen Flugpersonal, Fluglotsen und Bodenpersonal in verschiedenen Bereichen die Arbeit nieder. Die in Italien stationierten Piloten und Kabinenbesatzungen von EasyJet streiken 18 Stunden lang wegen festgefahrener Tarifverhandlungen. Gleichzeitig beteiligen sich die Fluglotsen von ENAV am Flughafen Verona, das Vorfeldpersonal am Flughafen Mailand-Linate sowie die Betriebsteams in Cagliari an lokalen Streiks. Koordiniert werden die Aktionen von sechs Verkehrsgewerkschaften und dauern bis Mitternacht an. Nur zwei „geschützte“ Flugfenster (07:00–10:00 und 18:00–21:00) sind laut der Luftfahrtbehörde ENAC garantiert. ENAC betont zudem, dass lebenswichtige Inselverbindungen wie Mailand-Malpensa ↔ Lampedusa und Neapel ↔ Olbia trotz Streiks aufrechterhalten werden müssen und bereits gestartete Inlandsflüge landen dürfen. Dennoch haben Airlines vorsorglich dutzende Flüge gestrichen oder umgebucht. Besonders betroffen sind Abflüge von Rom-Fiumicino, Neapel und Verona. EasyJet warnt vor Kettenreaktionen bei Verspätungen, da die Crew-Planung durch die Streiks durcheinandergerät. Der Zeitpunkt ist ungünstig für internationale Unternehmen, die Mitte Juni üblicherweise Expatriates verlegen oder Projektteams nach Italien schicken, wenn Mietverträge wechseln und der Tourismus anzieht. Reisebüros melden einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Last-Minute-Zugtickets auf den Strecken Mailand-Rom und Mailand-Verona um 40 % über Nacht. Die Bahn erholt sich jedoch noch von einem separaten 23-stündigen Streik, der am 12. Juni endete, was die Kapazitäten einschränkt. Nach italienischem Streikrecht müssen Fluggesellschaften Umbuchungen oder volle Rückerstattungen anbieten, doch Geschäftsreisende beklagen, dass Folgekosten wie verpasste Meetings, Hotelübernachtungen und Chauffeurdienste meist nicht erstattet werden. Arbeitgeber raten daher, alle Belege aufzubewahren und, wenn möglich, Kundentermine am Montagmorgen virtuell abzuhalten. Für Mobilitätsmanager lautet die praktische Empfehlung: Im Juni großzügige Zeitpuffer einplanen, ENAC-Meldungen in Echtzeit verfolgen und Reisende daran erinnern, trotz digitaler Bordkarten auch Papierdokumente griffbereit zu halten, falls bei Flugplanänderungen eine manuelle Nachkontrolle nötig wird.
Quelle: Wanted in Rome
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