
Spät am 13. Juni bestätigte Österreichs Innenminister Gerhard Karner eine dreimonatige Verlängerung der Grenzkontrollen zu Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien. Als Gründe nannte er den Migrationsdruck und die neuen Asylregeln der EU. Obwohl Finnland 1.500 Kilometer entfernt liegt, ist die Entscheidung relevant, da finnische Lkw mit Holzprodukten und Maschinen nach Italien zunehmend den Wiener Knotenpunkt nutzen, um Staus in Deutschland zu umgehen. Bei der letzten Verlängerung im März verzeichnete das finnische Transportkonsortium Kuljetus-Pohjola durchschnittliche Verzögerungen von 42 Minuten pro Lkw an der Grenzstelle Berg (A4) von der Slowakei – was kumulierte Kosten von 94 Euro pro Fahrzeug für Fahrzeit und Kraftstoff bedeutet. Karners Büro betont, dass Stichprobenkontrollen „risikobasiert“ bleiben, doch Branchenverbände erwarten, dass die Wartezeiten mit dem Höhepunkt des Sommerreiseverkehrs steigen werden. Spediteure raten, den Umweg über Passau in Süddeutschland zu nehmen oder kombinierte Schienen-Straßen-Verkehre über den Brennerkorridor zu nutzen. Allerdings ist die Brennerbahn nach einem Erdrutsch im letzten Monat bereits kapazitätsbedingt eingeschränkt, sodass Buchungen Wochen im Voraus gesichert werden müssen. Kurzfristige Transporte verderblicher Waren haben oft keine andere Wahl, als die österreichischen Verzögerungen in Kauf zu nehmen. Die übergeordnete Folge ist eine anhaltende Fragmentierung des Schengen-Raums, gerade jetzt, wo die EU auf harmonisierte digitale Grenzkontrollen drängt. Das in Espoo ansässige Mobilitätstechnologieunternehmen TesiLog erklärt, dass diese fortlaufenden Verlängerungen Investitionen in intelligente Maut- und Korridor-Tracking-Systeme erschweren, da sich der regulatorische Rahmen ständig ändert. Finnische Exporteure, die über Adriatische Häfen verschiffen, sollten ihre Incoterms anpassen, um mögliche Verzögerungshaftungen abzudecken, und in Just-in-Time-Verträgen zusätzliche Pufferzeiten einplanen.
Quelle: UrduPoint