
Das Innenministerium hat die gesetzliche Folgenabschätzung zum Einwanderungs- und Asylgesetz veröffentlicht, in der die voraussichtlichen Kosten und Nutzen der umfassenden Reformen dargestellt werden. Für das erste Jahrzehnt schätzen die Behörden Nettoausgaben von 2,3 Milliarden Pfund, die hauptsächlich durch den Ausbau der Haftanstalten und die Modernisierung digitaler Systeme entstehen. Einsparungen durch schnellere Abschiebungen, geringere Hotelunterbringung und niedrigere Ausgaben für Rechtshilfe sollen etwa 60 % der Bruttokosten ausgleichen. Für Arbeitgeber ist das Dokument besonders wichtig: Es bestätigt, dass der geplante Arbeitsweg für Geflüchtete außerhalb des bestehenden Skilled Worker-Visumsystems angesiedelt wird, keine Immigration Skills Charge anfällt und die Gebühr von 199 Pfund für das Certificate of Sponsorship entfällt – dennoch müssen Sponsoren weiterhin die allgemeine Gehaltsuntergrenze von 41.700 Pfund erfüllen, sofern die Stelle nicht auf der kommenden Immigration Salary List steht. Zudem wird der erweiterte Vollzug des Arbeitsrechts monetär bewertet: Neue Bußgelder sollen bis 2036 Einnahmen von 540 Millionen Pfund generieren, was auf eine deutliche Zunahme von Arbeitsplatzkontrollen hindeutet. Die Bewertung weist auf Übergangsrisiken bei der Umstellung auf eine vollständig digitale Grenzkontrolle bis Februar 2027 hin, darunter Systemausfälle, die Geschäftsreisen beeinträchtigen könnten. Die Regierung verspricht eine „robuste Rückfalllösung“ mit manuellen Kontrollen, doch die Fluggesellschaften tragen die Haftung, wenn Passagiere ohne ETA oder E-Visum an Bord gehen. Reiseverantwortliche sollten daher vor 2027 eine automatisierte Überprüfung des Visastatus in Buchungsprozesse integrieren, um Kosten durch verweigerte Beförderung zu vermeiden. Interessierte Parteien haben bis zur Ausschussphase des Gesetzes Zeit, Stellungnahmen einzureichen. Multinationale Unternehmen sollten sich insbesondere zu Gestaltung der Sponsoringwege, Gehaltsschwellen und dem Zeitplan für die Digitalisierung von BRP- und Vignetteninhabern äußern – Themen, die direkte Auswirkungen auf Entsendebudgets und Mobilitätsplanung haben werden.
Quelle: UK Home Office (GOV.UK)
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