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Britischer Innenminister stellt umfassende Asylreformen und neue sichere Wege vor

Juli 1, 2026
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Britischer Innenminister stellt umfassende Asylreformen und neue sichere Wege vor
Innenministerin Shabana Mahmood nutzte eine Grundsatzrede am 30. Juni 2026, um das zu präsentieren, was sie als „eine einmalige Neuausrichtung der Asylarchitektur des Vereinigten Königreichs“ bezeichnete. Die Reformen – die bald im Einwanderungs- und Asylgesetz dem Parlament vorgelegt werden – umfassen zwei zentrale Punkte. Erstens wird die Regierung im Herbst mehrere „sichere und legale“ Patenschaftsprogramme einführen, die es Gemeinschaftsgruppen, Arbeitgebern und Bildungseinrichtungen ermöglichen, vorab geprüfte Flüchtlinge direkt ins Vereinigte Königreich zu bringen. Nach dem Vorbild des 40 Jahre alten kanadischen Gemeinschaftspatenschaftsprogramms sollen diese Wege das Geschäftsmodell der Menschenschmuggler unterbinden, indem sie Flüchtlingen eine realistische Alternative zu illegalen Kanalüberquerungen bieten. Die jährlichen Kontingente werden nach Rücksprache mit lokalen Behörden und den dezentralen Regierungen festgelegt, damit Wohnraum und Integrationshilfen im Voraus geplant werden können. Zweitens werden die Minister eine Gesetzesänderung vorlegen, die die nationale Auslegung von Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention – häufig genutzt, um Abschiebungen mit dem „Recht auf Familienleben“ zu verhindern – einschränkt. Das Innenministerium argumentiert, dass britische Gerichte sich von der Rechtsprechung des Straßburger Menschenrechtsgerichtshofs entfernt hätten und damit niedrigere Hürden für Antragsteller als in den meisten europäischen Staaten geschaffen hätten. Das Gesetz wird diese Hürden wieder anheben, um es ausländischen Straftätern und abgelehnten Asylbewerbern zu erschweren, Abschiebungen zu blockieren. Die Rede bestätigte zudem ein Technologiepaket im Wert von 400 Millionen Pfund, das Asylentscheidungen auf durchschnittlich vier Monate beschleunigen soll – im Vergleich zu den derzeitigen 15 Monaten Rückstand – durch erweiterte automatisierte Risiko-Triage und digitale Interviews. Mahmood kündigte an, dass das neue digitale Fallmanagementsystem bis April 2027 einsatzbereit sein wird und mit der eVisa-Plattform integriert wird, die für alle Einwanderungswege eingeführt wird. Für Arbeitgeber ist die wichtigste unmittelbare Nachricht Verlässlichkeit: Flüchtlingsprogramme mit Unternehmenspatenschaft werden auf bestehende Kontingente für Fachkräfte und Wachstumsunternehmen angerechnet, und die Visagebühren entsprechen denen anderer Arbeitnehmer. Unternehmen, die bereits Pilotprogramme für Gemeinschaftspatenschaften betreiben – insbesondere in der Gastronomie und im Gesundheitswesen – dürften bei der Antragstellung bevorzugt behandelt werden. Personalabteilungen sollten jetzt damit beginnen, Stellenprofile und Schutzkonzepte zu erstellen, da Compliance-Prüfungen den Pflichten für Patenschaftslizenzen entsprechen werden. Kurzfristig sollten Firmen, die Mitarbeiter ins Vereinigte Königreich entsenden, mit strengeren Vorgaben zu Artikel 8 rechnen: Nicht-abhängige Angehörige werden es schwerer haben, Begleitung zu erhalten, und das Innenministerium hat eine „engmaschige Überwachung“ von Langzeitbesucheranträgen angekündigt. Einwanderungsberater erwarten aktualisierte Richtlinien wenige Wochen nach der ersten Lesung des Gesetzes.
Quelle: UK Government (GOV.UK)

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