
Die Fachpublikation Agence Europe veröffentlichte am 2. Juli den vollständigen Text eines offenen Briefes, den A4E, ACI Europe und IATA am 29. Juni an die Europäische Kommission richteten, der jedoch erst gestern öffentlich wurde. Die drei Verbände warnen, dass das Entry/Exit-System (EES) seinen „Sättigungspunkt“ erreicht hat und ohne Flexibilität ein systemischer Zusammenbruch an EU-Flughäfen droht. Obwohl sich der Brief auf den gesamten Schengen-Raum bezieht, hebt der Anhang Deutschland wegen „hochriskanter Überlastungen“ hervor – bedingt durch das zentrale Hub-and-Spoke-Modell und die Konzentration von US- und asiatischen Flugverkehren.
Die Verbände schlagen einen dreistufigen Notfallmechanismus vor: 1) Sofortige Befugnis für Mitgliedstaaten, die biometrische Erfassung bei ausgewählten Flügen auszusetzen, wenn die Wartezeiten 45 Minuten überschreiten; 2) EU-Finanzierung zur Einstellung und Schulung von 2.000 zusätzlichen Grenzbeamten bis Juli 2027; 3) Beschleunigte Entwicklung der „Travel to Europe“-Vorregistrierungs-App mit einer Verpflichtung für Fluggesellschaften, diese im Buchungsprozess zu bewerben. Zudem fordern sie von der Kommission eine Klarstellung, ob Fluggesellschaften bei Verspätungen durch EES-Rückstaus von der EU261-Haftung befreit werden.
Die politische Reaktion in Deutschland fällt gemischt aus. Der verkehrspolitische Sprecher der Oppositions-CDU begrüßt die Vorschläge und wirft der Regierungskoalition vor, „schlafwandlerisch in die Krise zu steuern“, während die Grünen warnen, eine Aussetzung des Systems würde dringend benötigte Sicherheitsreformen zurückwerfen. Im Innenministerium heißt es, Deutschland habe bereits über 1.000 EES-Kioske installiert und sei „besser vorbereitet als viele andere“, räumt aber ein, dass der Personalmangel weiterhin gravierend sei.
Für Fachleute im Bereich globale Mobilität ist die politische Debatte von großer Bedeutung, da jede EU-weite Ausnahmeregelung einheitlich im Schengen-Raum gelten und die Reisewelt innerhalb weniger Tage grundlegend verändern könnte. Unternehmen sollten die Kommissionssitzung in der kommenden Woche genau verfolgen und bereit sein, Reisebestimmungen und Kommunikation mit Reisenden kurzfristig anzupassen. Sollte Brüssel keine neuen Flexibilitäten gewähren, rechnen Branchenbeobachter mit einem Flickenteppich einseitiger Aussetzungen, bei denen einzelne Mitgliedstaaten Artikel 23 des Schengener Grenzkodex zur Abwehr „ernster Bedrohungen der inneren Sicherheit“ heranziehen – ein Szenario, das für Pendler und Geschäftsreisende zu erheblichen Verwirrungen führen könnte.
Die Verbände schlagen einen dreistufigen Notfallmechanismus vor: 1) Sofortige Befugnis für Mitgliedstaaten, die biometrische Erfassung bei ausgewählten Flügen auszusetzen, wenn die Wartezeiten 45 Minuten überschreiten; 2) EU-Finanzierung zur Einstellung und Schulung von 2.000 zusätzlichen Grenzbeamten bis Juli 2027; 3) Beschleunigte Entwicklung der „Travel to Europe“-Vorregistrierungs-App mit einer Verpflichtung für Fluggesellschaften, diese im Buchungsprozess zu bewerben. Zudem fordern sie von der Kommission eine Klarstellung, ob Fluggesellschaften bei Verspätungen durch EES-Rückstaus von der EU261-Haftung befreit werden.
Die politische Reaktion in Deutschland fällt gemischt aus. Der verkehrspolitische Sprecher der Oppositions-CDU begrüßt die Vorschläge und wirft der Regierungskoalition vor, „schlafwandlerisch in die Krise zu steuern“, während die Grünen warnen, eine Aussetzung des Systems würde dringend benötigte Sicherheitsreformen zurückwerfen. Im Innenministerium heißt es, Deutschland habe bereits über 1.000 EES-Kioske installiert und sei „besser vorbereitet als viele andere“, räumt aber ein, dass der Personalmangel weiterhin gravierend sei.
Für Fachleute im Bereich globale Mobilität ist die politische Debatte von großer Bedeutung, da jede EU-weite Ausnahmeregelung einheitlich im Schengen-Raum gelten und die Reisewelt innerhalb weniger Tage grundlegend verändern könnte. Unternehmen sollten die Kommissionssitzung in der kommenden Woche genau verfolgen und bereit sein, Reisebestimmungen und Kommunikation mit Reisenden kurzfristig anzupassen. Sollte Brüssel keine neuen Flexibilitäten gewähren, rechnen Branchenbeobachter mit einem Flickenteppich einseitiger Aussetzungen, bei denen einzelne Mitgliedstaaten Artikel 23 des Schengener Grenzkodex zur Abwehr „ernster Bedrohungen der inneren Sicherheit“ heranziehen – ein Szenario, das für Pendler und Geschäftsreisende zu erheblichen Verwirrungen führen könnte.
Quelle: Agence Europe
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