
Das spanische Sozialversicherungssystem verzeichnete im Juni mit 22.465.857 Beitragszahlern den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen, was vor allem auf einen Anstieg der Beschäftigung von Ausländern zurückzuführen ist. Daten vom 2. Juli zeigen, dass Nicht-Spanier 86.630 der 128.533 im letzten Monat netto geschaffenen Arbeitsplätze ausmachten – das Doppelte ihres Anteils am Bevölkerungswachstum. Die meisten saisonalen Einstellungen erfolgten im Gastgewerbe (+38.776), Einzelhandel (+20.195) und in der Verwaltung (+19.327), da die Sommersaison im Tourismus begann. Im Baugewerbe kamen 18.310 ausländische Arbeitskräfte hinzu, was darauf hindeutet, dass staatliche Investitionen in Wohnungsbau und erneuerbare Energien auf dem Arbeitsmarkt ankommen. Arbeitsmarktexperten führen den Anstieg auf zwei strukturelle Faktoren zurück: die wachsende demografische Lücke Spaniens – bis 2030 wird jeder vierte Einwohner über 65 Jahre alt sein – und die schnelle Bearbeitung von Arbeitserlaubnissen im Rahmen des laufenden Regularisierungsprogramms. Letzteres hat den Pool an verfügbaren ausländischen Fachkräften erweitert, während Arbeitgeber ihre Rekrutierung verstärken. Für Mobility-Manager bedeutet dies, dass die Kontingente für Arbeitserlaubnisse in Mangelberufen (IT-Spezialisten, Gesundheitsfachkräfte, Landwirtschaft) kurzfristig voraussichtlich nicht verschärft werden, jedoch die Konkurrenz um Wohnraum in Küstenstädten zunehmen könnte. Arbeitgeber werden geraten, Firmenmietverträge frühzeitig abzuschließen und Lohnerhöhungen in niedrig bezahlten Dienstleistungsbereichen einzuplanen, in denen ausländische Arbeitskräfte dominieren. Vizepremierministerin Nadia Calviño bezeichnete die Zahlen als „eindeutigen Beweis, dass gesteuerte Migration für das spanische Wirtschaftsmodell unverzichtbar ist“, während die Opposition eine parlamentarische Überprüfung der Auswirkungen auf das Wohnungsangebot fordert. Die Debatte dürfte die geplanten Änderungen der spanischen Einwanderungsverordnung (RD 557/2011) prägen, die nach der Sommerpause im Ausschuss behandelt werden sollen.
Quelle: Agencia EFE
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