
Ab dem 1. Juli sehen sich über 4,5 Millionen indische Expatriates in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer völlig neuen Situation bei der Passverlängerung konfrontiert. Nach dem Auslaufen der langjährigen Outsourcing-Verträge mit BLS International und SGIVS sowie einer gerichtlichen Verzögerung bei der Übergabe an den neuen Betreiber Alhind Tours & Travels haben die Botschaft in Abu Dhabi und das Konsulat in Dubai erstmals seit 17 Jahren die direkte Kontrolle über alle Pass-, Visum- und Beglaubigungsschalter übernommen. Ein Bericht von The Print vom 13. Juli zeigt sofortige Auswirkungen: Die Verlängerungsgebühren sind von 285 AED auf 450 AED (ca. 123 US-Dollar) gestiegen, Zahlungen sind vorübergehend nur bar möglich, und spontane Vorsprachen sind nicht mehr erlaubt. Stattdessen öffnet das neue Portal book.passportindiauae.com jeden Abend um 20 Uhr eine begrenzte Anzahl von Terminen, was zu kilometerlangen Warteschlangen für die wenigen Glücklichen führt, die einen Termin ergattern. Die Engpässe treffen mitten in die Hauptreisezeit im Golf-Sommer und sorgen bei vielen Familien für Unsicherheit, ob die Pässe rechtzeitig für bereits gebuchte Urlaube eintreffen. Auch Mobility-Manager sind besorgt um Mitarbeiter, die nach Indien rotieren und auf eine rechtzeitige Neuausstellung angewiesen sind, um die sechsmonatige Gültigkeitsregel für Weiterreiseziele wie Thailand und Singapur einzuhalten. Offizielle sprechen von einer „vorübergehenden“ Regelung, bis das Delhi High Court über den Ausschreibungsstreit entscheidet, doch ein Enddatum ist nicht in Sicht. In der Zwischenzeit warnen die Vertretungen vor zwielichtigen Vermittlern und haben die Gebührenübersichten online veröffentlicht. Unternehmen sollten ihre in den VAE stationierten Mitarbeiter darauf hinweisen: 1) Verlängerungstermine frühzeitig buchen, sobald die Gültigkeit unter zwölf Monate fällt; 2) Bargeld mitführen; 3) mindestens drei Wochen für die Zustellung einplanen; und 4) höhere Kosten in den Entsendepaketen berücksichtigen. Langfristig hat der Vorfall die Debatte neu entfacht, ob zentrale konsularische Aufgaben überhaupt ausgelagert werden sollten. Sollte sich der Rechtsstreit weiter hinziehen, deuten Quellen im Außenministerium an, dass zusätzliche Mitarbeiter aus Kuwait und Katar entsandt werden könnten, um den Rückstau vor dem indischen Reiseansturm im Oktober abzubauen.
Quelle: The Print