
Im Gespräch mit Skift am 21. Oktober skizzierte Santosh Kumar, Leiter von Booking.com für Südasien, eine zweigleisige Strategie für den lukrativen indischen Geschäftsreisemarkt. Die OTA hat stillschweigend ein kostenloses Self-Service-Buchungstool für Start-ups und kleine bis mittelständische Unternehmen eingeführt und verabschiedet sich damit vom traditionellen Modell vorab ausgehandelter Firmenhotelraten. Stattdessen greifen Unternehmen auf denselben öffentlichen Bestand zu, profitieren jedoch von konsolidierten Berichten, GST-konformen Rechnungen und Treuegutschriften. Gleichzeitig stellt Booking.com die beliebte „Bezahlung im Hotel“-Option für indische Nutzer schrittweise ein und zieht Kartenzahlungen selbst ein, um die Gelder täglich, wöchentlich oder monatlich an Unterkunftspartner auszuzahlen. Dieser Schritt integriert die Plattform in den Zahlungsfluss, erhöht die Transparenz des Cashflows und ermöglicht Hotels eine schnellere Abrechnung als der branchenübliche 30-Tage-Zyklus. Der Wettbewerb ist hart: MakeMyTrips Produkt myBiz bedient 79.000 aktive KMU, Yatras Travel Pro erweitert die Abdeckung in Tier-2-Städten, und Cleartrips Out-of-Office-Tool erhält Zuschüsse von Fluggesellschaften. Booking.com setzt auf sein globales Inventar und reibungslose Zahlungen, um indische Gründer anzusprechen, die häufig Inlands- und grenzüberschreitende Reisen kombinieren. Für Mobilitätsmanager bedeutet das mehr Auswahl: KMU, die bisher nicht das Volumen für Firmenraten hatten, können nun Buchungen, Richtlinienkontrollen und Reiseanalysen aus einer Hand erhalten – ohne Abonnementgebühren. Finanzteams profitieren von der automatischen GST-Erfassung, ein häufiges Problem bei Buchungen über Verbraucherportale. Nachteilig könnte die mögliche Preisschwankung sein, da öffentliche Preise stärker variieren als vertraglich festgelegte Firmenkontingente. Kumar relativierte geopolitische Spannungen in Westasien und betonte, dass die Nachfrage nach Auslandsreisen weiterhin hoch sei. Dennoch beobachtet das Unternehmen Flugstörungen nach Saudi-Arabien und Israel genau und ist bereit, bei einem Anstieg von Stornierungen alternative Routen über seine Plattform anzubieten.
Quelle: Skift
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