
Regionale Regierungen, Luftfahrtverbände und Wirtschaftsgruppen erhöhten am 23. Oktober den Druck auf die Bundesregierung, die 12-Euro-Flugpassagierabgabe (APD) für jeden abfliegenden Passagier abzuschaffen. Ein parteiübergreifender Dringlichkeitsantrag im niederösterreichischen Landtag bezeichnet die Steuer als „standortschädlich“ und macht sie für einen Passagier-Rückgang von 4,5 % am Flughafen Wien-Schwechat verantwortlich, während der nahegelegene Flughafen Bratislava mit einem Plus von 99 % im Jahresvergleich boomt. Die Initiative wird von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstützt, beide Anteilseigner der Flughafen Wien AG. Airlines wie Austrian, Ryanair und Wizz Air argumentieren, dass die Abgabe Kurzstreckentickets um bis zu 30 Euro teurer macht als in Nachbarländern, was Reisende über die Grenze treibt. Der Branchenverband Aviation Industry Austria schätzt, dass die Abschaffung der Abgabe 2.500 Arbeitsplätze schaffen und das jährliche BIP um 188 Millionen Euro steigern könnte. Das Finanzministerium verteidigt die APD bislang als Klimainstrument, das 2025 Einnahmen von 180 Millionen Euro generierte. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass Deutschland seine Steuer für Umsteigepassagiere gesenkt hat und Frankreich plant, die Einnahmen in nachhaltige Flugkraftstoffe zu investieren, was Wettbewerbsnachteile für den österreichischen Hub befürchten lässt. Geschäftsreisemanager, die Reisekosten nach Wien im Blick haben, sollten die bevorstehende Budgetrevision genau verfolgen: Wird die Abgabe 2027 abgeschafft, müssen TMCs ihre Tarifprognosen anpassen und die Attraktivität von Schwechat im Vergleich zu Bratislava und Budapest neu bewerten. Die Debatte fließt zudem in breitere EU-Diskussionen über die Harmonisierung grüner Abgaben mit den Freiheiten des Binnenmarkts ein. Brüssel wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres Leitlinien zu Passagiersteuern veröffentlichen; die Entscheidung Österreichs könnte einen Präzedenzfall für kleinere Mitgliedstaaten schaffen, die Nachhaltigkeit und Konnektivität ausbalancieren wollen.
Quelle: Heute.at / trend.at
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