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Brüssel drängt London auf unbegrenztes Jugendmobilitätsprogramm in den Post-Brexit-Verhandlungen

Dez. 6, 2025
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Brüssel drängt London auf unbegrenztes Jugendmobilitätsprogramm in den Post-Brexit-Verhandlungen
EU- und britische Verhandlungsführer trafen sich am 5. Dezember in Brüssel, um die endgültige Ausgestaltung eines speziellen Jugend-Erfahrungsprogramms (Youth Experience Scheme, YES) zu klären, das 18- bis 32-Jährigen ermöglicht, bis zu drei Jahre im jeweils anderen Gebiet zu leben und zu arbeiten. Laut Entwürfen der EU-Kommission, die der Financial Times vorliegen, soll das Programm „ohne Obergrenze“ bleiben, da numerische Quoten dem Prinzip der Gegenseitigkeit widersprächen und über 27 Mitgliedstaaten hinweg nicht praktikabel seien.

Die Position Londons, vertreten von Beamten aus dem Umfeld von Innenministerin Yvette Cooper, fordert hingegen ein „strenges Management“ des Programms mit einer jährlichen Obergrenze, ähnlich den 30.000 Plätzen des bestehenden Youth Mobility-Programms zwischen Australien und Großbritannien. Finanzminister sind dagegen privat optimistisch und sehen in der Initiative eine kostengünstige Möglichkeit, Fachkräftelücken in der Gastronomie, Technologie und Kreativbranche zu schließen, ohne dauerhafte Migration zu fördern.

Brüssel drängt London auf unbegrenztes Jugendmobilitätsprogramm in den Post-Brexit-Verhandlungen


Die EU verlangt zudem, dass Teilnehmer des Austauschs weiterhin Zugang zu den inländischen Studiengebühren erhalten und von der NHS-Abgabe befreit sind – zwei „rote Linien“ für das Vereinigte Königreich, das auf höhere internationale Studiengebühren zur Subventionierung der Universitäten und auf die NHS-Abgabe zur Finanzierung des Gesundheitssystems angewiesen ist. Britische Verhandler bevorzugen einen Kompromiss mit zeitlich begrenzter Gebührenparität und einer gestaffelten Abgabe.

Wirtschaftsverbände wie der CBI und techUK drängen auf eine schnelle Einigung und warnen, dass britische Unternehmen junge Talente verlieren, die sich stattdessen für Berlin oder Dublin entscheiden. Sollte bis Anfang 2026 eine Einigung erzielt werden, wollen beide Seiten die Bewerbungen 2027 öffnen, zeitgleich mit einer möglichen Rückkehr Großbritanniens zum Erasmus+-Austauschprogramm.

Teams für globale Mobilität sollten die endgültigen Regelungen genau beobachten. Werden Quoten eingeführt, könnten Arbeitgeber auf Losverfahren wie bei den Jugendprogrammen für Japan und Indien zurückgreifen müssen; ohne Quoten könnte das Programm zu einer wertvollen Quelle für Nachwuchskräfte aus ganz Europa werden.
Quelle: Financial Times / The Times

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