
Das belgische Abgeordnetenhaus hat das lang erwartete „Zweite Programmgesetz“ verabschiedet, ein Paket fiskalischer Maßnahmen, das umfassende Verbesserungen für das Steuerregime von eingereisten Expatriates vorsieht. Das Gesetz wurde am 12. Dezember 2025 beschlossen, wird noch vor Jahresende im belgischen Amtsblatt veröffentlicht und die meisten Bestimmungen gelten rückwirkend ab dem 1. Januar 2025.
Hintergrund und wesentliche Änderungen
Belgien ersetzte 2022 sein 40 Jahre altes spezielles Expatriate-Programm durch ein restriktiveres System. Die Zahl der Berechtigten sank drastisch: 2024 qualifizierten sich nur noch etwa 2.400 Arbeitnehmer im Vergleich zu über 8.000 nach den früheren Regeln. Multinationale Unternehmen kritisierten, dass die höhere Gehaltsgrenze von 75.000 € und die absolute Obergrenze von 90.000 € für die steuerfreie Kostenpauschale Belgien gegenüber den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien weniger wettbewerbsfähig machten. Das neue Gesetz reagiert auf diese Kritik durch:
• Senkung des Mindestbruttojahresgehalts von 75.000 € auf 70.000 €;
• Erhöhung der Arbeitgeberpauschale für „eigene Ausgaben“ von 30 % auf 35 % des Bruttogehalts und Abschaffung der 90.000 €-Deckelung;
• Gewährung einer dreimonatigen Frist ab Veröffentlichung im Amtsblatt, damit Unternehmen Anträge stellen können, sodass auch Mitarbeiter, die Anfang 2025 eingestellt wurden, rückwirkend profitieren.
Praktische Auswirkungen für Arbeitgeber
Personal- und Global-Mobility-Teams sollten ausstehende oder abgelehnte Anträge überprüfen: Arbeitnehmer, die knapp unter der 75.000 €-Grenze lagen, könnten nun anspruchsberechtigt sein. Die erhöhte Pauschale von 35 % kann die Lohnkosten bei langfristigen Einsätzen deutlich senken. Arbeitgeber müssen jedoch die Berechnungen für Schattenabrechnungen zügig anpassen, um Fehler bei der Jahresendsteuerabführung zu vermeiden. Steuerberater erwarten, dass die Behörden bald aktualisierte Rundschreiben mit Klarstellungen zu den Dokumentationsanforderungen für die erweiterte Pauschale veröffentlichen.
Wettbewerbspositionierung
Durch die Ausweitung der Anspruchsvoraussetzungen und die Abschaffung der Obergrenze will Belgien seine Attraktivität für Shared-Service-Center, F&E-Standorte und EU-Hauptquartiere in der Region zurückgewinnen. Die Reform bringt Belgien näher an die niederländische „30 %-Regel“ heran, die weiterhin als Benchmark im Benelux-Raum gilt, während die strengen Anforderungen an die Wohnsitzhistorie (keine belgische Steuerresidenz oder Arbeit innerhalb der letzten 60 Monate vor Ankunft) erhalten bleiben. Unternehmen, die Umzugsziele vergleichen, müssen die Auswirkungen auf das Nettogehalt sorgfältig modellieren: Die Spitzensteuerbelastung in Belgien bleibt bei 50 %, aber der größere steuerfreie Anteil verringert die Differenz.
Ausblick
Das Gesetz tritt zehn Tage nach seiner Veröffentlichung in Kraft; das Finanzministerium wird voraussichtlich kurz darauf eine FAQ veröffentlichen. Mobility-Manager sollten Kommunikationskampagnen für betroffene Mitarbeiter vorbereiten und sicherstellen, dass die Lohnabrechnungsdienstleister rückwirkende Korrekturen verarbeiten können. Eine verspätete Antragstellung innerhalb der dreimonatigen Frist kann den Anspruch für 2025 gefährden, daher ist schnelles Handeln entscheidend. Die Regierung hat angekündigt, dass Mitte 2026 eine umfassendere Reform der Einkommensteuer geplant ist, die die Kostenmodellierung für Einsätze weiter beeinflussen könnte.
Fazit
Die parlamentarische Abstimmung ist ein großer Erfolg für Arbeitgeber, die sich für ein wettbewerbsfähigeres Umfeld eingesetzt haben. Durch die Senkung der Gehaltsgrenzen und die Erhöhung der steuerfreien Pauschale sendet Belgien ein klares Signal, dass es ein attraktiver Standort für internationale Talente und regionale Hauptsitze bleiben will.
Hintergrund und wesentliche Änderungen
Belgien ersetzte 2022 sein 40 Jahre altes spezielles Expatriate-Programm durch ein restriktiveres System. Die Zahl der Berechtigten sank drastisch: 2024 qualifizierten sich nur noch etwa 2.400 Arbeitnehmer im Vergleich zu über 8.000 nach den früheren Regeln. Multinationale Unternehmen kritisierten, dass die höhere Gehaltsgrenze von 75.000 € und die absolute Obergrenze von 90.000 € für die steuerfreie Kostenpauschale Belgien gegenüber den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien weniger wettbewerbsfähig machten. Das neue Gesetz reagiert auf diese Kritik durch:
• Senkung des Mindestbruttojahresgehalts von 75.000 € auf 70.000 €;
• Erhöhung der Arbeitgeberpauschale für „eigene Ausgaben“ von 30 % auf 35 % des Bruttogehalts und Abschaffung der 90.000 €-Deckelung;
• Gewährung einer dreimonatigen Frist ab Veröffentlichung im Amtsblatt, damit Unternehmen Anträge stellen können, sodass auch Mitarbeiter, die Anfang 2025 eingestellt wurden, rückwirkend profitieren.
Praktische Auswirkungen für Arbeitgeber
Personal- und Global-Mobility-Teams sollten ausstehende oder abgelehnte Anträge überprüfen: Arbeitnehmer, die knapp unter der 75.000 €-Grenze lagen, könnten nun anspruchsberechtigt sein. Die erhöhte Pauschale von 35 % kann die Lohnkosten bei langfristigen Einsätzen deutlich senken. Arbeitgeber müssen jedoch die Berechnungen für Schattenabrechnungen zügig anpassen, um Fehler bei der Jahresendsteuerabführung zu vermeiden. Steuerberater erwarten, dass die Behörden bald aktualisierte Rundschreiben mit Klarstellungen zu den Dokumentationsanforderungen für die erweiterte Pauschale veröffentlichen.
Wettbewerbspositionierung
Durch die Ausweitung der Anspruchsvoraussetzungen und die Abschaffung der Obergrenze will Belgien seine Attraktivität für Shared-Service-Center, F&E-Standorte und EU-Hauptquartiere in der Region zurückgewinnen. Die Reform bringt Belgien näher an die niederländische „30 %-Regel“ heran, die weiterhin als Benchmark im Benelux-Raum gilt, während die strengen Anforderungen an die Wohnsitzhistorie (keine belgische Steuerresidenz oder Arbeit innerhalb der letzten 60 Monate vor Ankunft) erhalten bleiben. Unternehmen, die Umzugsziele vergleichen, müssen die Auswirkungen auf das Nettogehalt sorgfältig modellieren: Die Spitzensteuerbelastung in Belgien bleibt bei 50 %, aber der größere steuerfreie Anteil verringert die Differenz.
Ausblick
Das Gesetz tritt zehn Tage nach seiner Veröffentlichung in Kraft; das Finanzministerium wird voraussichtlich kurz darauf eine FAQ veröffentlichen. Mobility-Manager sollten Kommunikationskampagnen für betroffene Mitarbeiter vorbereiten und sicherstellen, dass die Lohnabrechnungsdienstleister rückwirkende Korrekturen verarbeiten können. Eine verspätete Antragstellung innerhalb der dreimonatigen Frist kann den Anspruch für 2025 gefährden, daher ist schnelles Handeln entscheidend. Die Regierung hat angekündigt, dass Mitte 2026 eine umfassendere Reform der Einkommensteuer geplant ist, die die Kostenmodellierung für Einsätze weiter beeinflussen könnte.
Fazit
Die parlamentarische Abstimmung ist ein großer Erfolg für Arbeitgeber, die sich für ein wettbewerbsfähigeres Umfeld eingesetzt haben. Durch die Senkung der Gehaltsgrenzen und die Erhöhung der steuerfreien Pauschale sendet Belgien ein klares Signal, dass es ein attraktiver Standort für internationale Talente und regionale Hauptsitze bleiben will.
Quelle: KPMG Belgium – Flash Alert