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Brasilien vereinheitlicht humanitäre Visa in einem krisenorientierten Rahmen

Jan. 10, 2026
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Brasilien vereinheitlicht humanitäre Visa in einem krisenorientierten Rahmen
Brasilien startet ins Jahr 2026 mit einer grundlegenden Reform seiner humanitären Visa-Programme, die seit dem Erdbeben in Haiti 2010 in Kraft waren. Die Interministerielle Verordnung 60/2025, gültig ab dem 1. Januar 2026, hebt die bisherigen Sonderregelungen für Afghanen, Haitianer, Syrer und weitere Nationalitäten auf und ersetzt sie durch ein einheitliches System. Künftig werden die Justiz- und Außenministerien gemeinsam Listen veröffentlichen, die (1) die betroffenen Nationalitäten und (2) die genauen Umstände – etwa bewaffnete Konflikte, Umweltkatastrophen oder politische Verfolgung – definieren, die einen Schutzanspruch begründen.

Diese Reform gibt Brasília mehr Flexibilität, um schneller auf neue Krisen zu reagieren, bringt aber kurzfristig auch Unsicherheiten mit sich. Bis zur Veröffentlichung der ersten Berechtigungsliste haben Konsulate weltweit die Ausstellung neuer humanitärer Visa ausgesetzt und raten Antragstellern, abzuwarten oder auf andere Visakategorien umzusteigen. Organisationen, die zuvor afghanische und haitianische Evakuierte unterstützt haben, berichten bereits von abgesagten Terminen im Januar.

Brasilien vereinheitlicht humanitäre Visa in einem krisenorientierten Rahmen


Für Manager globaler Mobilität ist die wichtigste Neuerung die Verpflichtung zur „Gastgeberzusage“. Jeder Antragsteller muss künftig ein Sponsoring-Schreiben einer brasilianischen NGO vorlegen, die eine formelle Kooperationsvereinbarung mit der Bundesregierung hat und nachweisen kann, dass sie Unterbringungs- und Integrationsangebote bereitstellt. Unternehmen, die humanitäre Visa nutzten, um gefährdete Mitarbeitende – insbesondere Journalisten und Auftragnehmer in Krisengebieten – zu transferieren, müssen nun vor der Reisebuchung mit den zugelassenen NGOs zusammenarbeiten.

Rechtsberater empfehlen, Compliance-Checklisten umgehend anzupassen. Gehaltsgrenzen, Arbeitsgenehmigungsregeln und der Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem bleiben unverändert, doch die Dokumentenpakete müssen nun die NGO-Zusage enthalten und bei längerer Aussetzung möglicherweise aktualisierte polizeiliche Führungszeugnisse. Unternehmen mit bereits in Brasilien lebenden Inhabern humanitärer Visa sollten diese darauf hinweisen, dass die Änderung ihre aktuellen Aufenthaltstitel nicht betrifft, wohl aber alle Anträge auf Familienzusammenführung oder Verlängerung ab dem 1. Januar nach den neuen Regeln bearbeitet werden.

Die Regierung argumentiert, dass ein einheitlicher Rahmen die bisherige ad-hoc Improvisation bei Notfällen beendet und schnellere, planbarere Reaktionen ermöglicht. Die Mobilitätsbranche wird den Erfolg jedoch daran messen, wie schnell die erste Berechtigungsliste erscheint und wie effizient die NGOs die neue Sponsoring-Nachfrage bewältigen können.
Quelle: VisaHQ Global Mobility News

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