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Streckensperrungen auf der Strecke Passau–Nürnberg drohen ab Februar den ÖBB-Güterverkehr zu beeinträchtigen

Jan. 31, 2026
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Streckensperrungen auf der Strecke Passau–Nürnberg drohen ab Februar den ÖBB-Güterverkehr zu beeinträchtigen
Nur zwei Tage bevor ein rollierendes Programm von Streckensperrungen auf der strategischen Bahnachse Passau–Nürnberg beginnt, warnen österreichische Logistikexperten vor weitreichenden Folgen für Exporteure und nordwärts gerichtete Lieferketten. In einem am 30. Januar auf dem Wirtschaftsportal UnternehmerWeb veröffentlichten Artikel erklären Analysten, dass die sechsmonatige „Generalsanierung“ der Deutschen Bahn sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr auf längere Umleitungsstrecken über Linz–Salzburg oder den Prager Korridor zwingt.

Für die Rail Cargo Group der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) kommt der Zeitpunkt ungelegen. Im Januar steigen die Stahl- und Automobilvolumina traditionell an, da Hersteller nach den Winterstillständen ihre Lager auffüllen. Mit der von Februar bis Juli eingeschränkten Direktverbindung müssen österreichische Wagen zu den Nordseehäfen pro Sendung 90 bis 120 Kilometer mehr zurücklegen, was bei einer Standardladung von 1.000 Tonnen geschätzte Zusatzkosten von 60 bis 80 Euro für Traktion und Trassen verursacht. Die Knappheit an Fahrplätzen auf den deutschen Umleitungsstrecken ist bereits spürbar: DB Netz hat für Februar nur 60 Prozent der von ÖBB angefragten Trassen vorab zugeteilt.

Streckensperrungen auf der Strecke Passau–Nürnberg drohen ab Februar den ÖBB-Güterverkehr zu beeinträchtigen


Auch der Personenverkehr ist betroffen. Die beliebten ICE- und Railjet-Tagesverbindungen zwischen Wien und Frankfurt werden zwischen Regensburg und Nürnberg für mindestens acht Wochen teilweise durch Busse ersetzt. Geschäftsreisende werden von Travel Managern dazu angehalten, eine zusätzliche Reisezeit von 50 Minuten einzuplanen und Papierkopien der Reisepläne mitzuführen, falls Rückerstattungen bei getrennten Tickets erforderlich werden.

Die ÖBB verhandelt derzeit über gegenseitige Transportvereinbarungen mit dem tschechischen Betreiber ČD Cargo und dem privaten deutschen Anbieter TX Logistik, um Kapazitäten auf alternativen Korridoren zu sichern. Gleichzeitig fordert die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die deutsche Regierung auf, vorübergehende Mautnachlässe für ausgewiesene Güterumleitungen zu gewähren – ähnlich den Maßnahmen während der Rheintalblockade 2017.

Der Vorfall verdeutlicht, wie Infrastrukturarbeiten außerhalb Österreichs Grenzen die Exportwirtschaft des Landes beeinflussen können. Mobilitätsverantwortliche sollten die Termine in Einsatzplanern markieren, Just-in-Time-Lieferungen neu koordinieren und Reisende darauf hinweisen, dass Entschädigungsansprüche stets beim ursprünglichen Beförderer geltend gemacht werden müssen – unabhängig davon, welcher Ersatzbus oder -zug die Fahrt tatsächlich durchführt.
Quelle: UnternehmerWeb

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