
Bei der Vorlage seines Haushaltsplans für 2026-27 vor dem Legislativrat am 25. Februar widmete Finanzsekretär Paul Chan ein ganzes Kapitel der Positionierung der Stadt als „Internationales Zentrum für hochqualifizierte Talente“. Die Regierung stellt 3 Milliarden HK$ bereit, um die Quote des Top Talent Pass Scheme (TTPS) von 35.000 auf 50.000 Plätze pro Jahr zu erhöhen und eine neue Schnellspur für Bewerber mit STEM-Promotionsabschlüssen von den weltweit besten 200 Universitäten einzurichten. Das Einwanderungsamt (ImmD) wird ein Online-Portal einführen, über das TTPS-Inhaber Arbeitsverträge hochladen und innerhalb von fünf Arbeitstagen elektronische Visa erhalten können – die Bearbeitungszeit wird damit mehr als halbiert. Chan kündigte außerdem an, dass ab dem 1. März alle Teilnehmer an Talent- und Beschäftigungsprogrammen – darunter GEP, ASMTP, TechTAS, IANG und QMAS – ihre Anträge auf Verlängerung des Aufenthalts bereits drei Monate vor Ablauf der aktuellen Frist stellen können, was die Praxis an die großen Konkurrenzzentren wie Singapur und Dubai angleicht. Eine neue Concierge-Einheit unter „Hong Kong Talent Engage“ wird ankommende Führungskräfte mit Umzugsberatern und Schulaufnahmeberatern zusammenbringen, während die Wohnungsbehörde 1.200 subventionierte Wohnungen in der Northern Metropolis für Fachkräfte und ihre Familien reserviert. Zur Erleichterung von Geschäftsreisen sind 2,6 Milliarden HK$ vorgesehen, um 24 automatisierte Einwanderungskanäle am Flughafen und am Hochgeschwindigkeitsbahn-Terminal einzurichten. Der Haushalt sieht zudem 800 Millionen HK$ für Machbarkeitsstudien zum Betrieb von „Metro-ähnlichen“ Hochfrequenzzügen zwischen Hongkong und Shenzhen sowie für die Modernisierung der Kontrollpunkte Lo Wu und Lok Ma Chau vor, damit Besucher die Einreise nach Hongkong und Festlandchina in einer einzigen Halle abwickeln können. Für Unternehmen ist die wichtigste Neuerung eine 200-prozentige Superabschreibung auf Umzugskosten für Expatriates, die mindestens zwei Jahre bleiben. Die Budgets für Personalabteilungen werden entlastet, da die Arbeitgeber-Visa-Gebühren trotz allgemeiner Gebührenerhöhungen bis 2028 eingefroren bleiben. Analysten sehen in dem Paket eine klare Weichenstellung Hongkongs vom Pandemie-Management hin zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. „Frühzeitige Antragsfenster und automatisierte Abfertigung verkürzen Ausfallzeiten bei Versetzungen, während subventionierter Familienwohnraum die Lebenshaltungskosten entlastet“, so die Mobility-Abteilung von KPMG. Multinationale Unternehmen, die für 2026 Versetzungen planen, sollten ihre Richtlinienhandbücher umgehend aktualisieren, um die neuen Anreize optimal zu nutzen.
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