
Der Hersteller COM40 mit Sitz in Ostrów Wielkopolski bestätigte am 8. März 2026, dass er 600 Stellen abbauen wird – etwa 12 % seiner Belegschaft – aufgrund rückläufiger Aufträge von IKEA und steigender Energiekosten. Das lokale Medium OSTROW24.tv berichtet, dass viele der Betroffenen ukrainische und vietnamesische Staatsangehörige sind, die in den letzten drei Jahren eingestellt wurden, um der Nachfrage während der Pandemie gerecht zu werden. Der Zeitpunkt ist besonders schwierig: Seit dem 5. März ist das vereinfachte polnische „UKR“-Beschäftigungsmodell für Ukrainer auf ein vollständiges Arbeitserlaubnismodell umgestellt worden. Arbeitnehmer, die jetzt ihre Stelle verlieren, haben nur 30 Tage Zeit, um eine neue Anstellung mit Sponsoring zu finden oder einen Antrag auf eine Aufenthaltsgenehmigung mit Statuswechsel zu stellen, andernfalls müssen sie das Land verlassen. Regionale NGOs warnen, dass Kündigungsschreiben oft keine Hinweise zu den nächsten Schritten im Aufenthaltsrecht enthalten. COM40 kündigt ein Outplacement-Paket an, das polnischsprachige CV-Workshops und eine Rechtsberatung umfasst, hat sich jedoch nicht verpflichtet, die staatlichen Gebühren für neue Genehmigungen zu übernehmen. Arbeitgeberverbände weisen darauf hin, dass Entlassungen in energieintensiven Branchen zunehmen könnten, falls die EU-Kosten für CO2 weiter steigen. Daher sei es entscheidend, die kommende digitale Arbeitserlaubnis-Plattform zu optimieren, damit ausländische Fachkräfte schnell zwischen Jobs wechseln können. Für Personalabteilungen in ganz Polen ist der Fall lehrreich: Kündigungsprotokolle sollten Checklisten zum Aufenthaltsrecht, Benachrichtigungen an die örtlichen Arbeitsämter und, wenn möglich, eine Koordination mit den neuen Sponsoren der Mitarbeiter enthalten. Unterbleibt dies, drohen Unternehmen Haftungsrisiken durch die neue „Two-Strike“-Regel, die Wiederholungstätern für zwei Jahre das Anwerben von Ausländern verbietet. Die lokalen Behörden in der Region Wielkopolska organisieren am 18. März eine zweisprachige Jobmesse, um entlassene Mitarbeiter mit Automobilzulieferern der Region zusammenzubringen, die weiterhin unter Fachkräftemangel leiden – ein erster Test für Polens Fähigkeit, ausländische Fachkräfte intern zu halten, statt sie an Deutschland oder Tschechien zu verlieren.
Quelle: OSTROW24.tv
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