
Die Karwoche 2026 bringt eines der strengsten Netze von Fahrverboten für schwere Nutzfahrzeuge (HGV) in Europa mit sich: 15 Länder verhängen zwischen dem 4. und 10. April insgesamt 76 separate Sperrzeiten. Obwohl Belgien an Feiertagen selbst keine Lkw-Verbote erlässt, spüren Exporteure und Logistikanbieter des Landes den Druck, da wichtige Transitnachbarn – Frankreich, Deutschland und Luxemburg – an Ostersonntag (5. April) und Ostermontag (6. April) nahezu rund um die Uhr Fahrverbote durchsetzen. Die von der Grenzüberwachungsplattform Nakordoni zusammengestellten Einschränkungen zeigen vollständige 24-Stunden-Stopps für Lkw in Frankreich und der Schweiz sowie landesweite Verbote in Deutschland von Mitternacht bis 22:00 Uhr an beiden Feiertagen. Österreich weitet seine Beschränkungen im Tiroler Korridor ab 07:00 Uhr am Karsamstag aus, was belgische Transporteure auf dem Weg nach Italien oder auf den Westbalkan betrifft. Die Strafen bei Verstößen reichen von 75 € in Deutschland bis zu 5.000 € in Österreich. Besonders gefährdet sind multinationale Hersteller mit Just-in-Time-Lieferketten über den Hafen Antwerpen. Container, die samstags ankommen, riskieren, bis Montagabend keine Weiterverbindung auf der Straße zu finden, während Frischexporteure Ausnahmen für verderbliche Waren sichern oder auf die Schiene umsteigen müssen. Spediteure raten Verladern, die Beladung bis Freitagmittag abzuschließen und sichere Parkplätze in Luxemburg oder an der niederländischen Grenze vor den 24-Stunden-Sperrungen zu reservieren. Die Verbote fallen mit einer Rekordnachfrage im Kanalverkehr zusammen, da britische Unternehmen ihre Osternachlieferungen vor dem Start des biometrischen EU-Ein- und Ausreisesystems am 10. April vorziehen. Die Kapazität der belgischen gesicherten Lkw-Parkplätze liegt laut Branchenverband Febetra für das lange Wochenende bereits über 90 %. Unternehmen sollten Kunden über mögliche Verzögerungen von 24 bis 48 Stunden informieren, Fahrpläne der Fahrer anpassen, um Bußgelder zu vermeiden, und die aktuellen Grenzstaudaten im Blick behalten. Obwohl die Einschränkungen am 10. April enden, wirken sich die Nachwirkungen – etwa Staus an französischen und deutschen Raststätten – meist bis Mitte der Woche aus. Personalabteilungen, die entsandte Fahrer betreuen, sollten sicherstellen, dass die Mitarbeiter ATP-Zertifikate für verderbliche Ladungen besitzen und im Falle unvorhergesehener Zwischenstopps über Notunterkünfte verfügen.
Quelle: Nakordoni.eu
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