
Eine Untersuchung des National Post vom 4. April 2026 zeigt einen drastischen Rückgang der kanadischen Besuche in den USA um 28 % im Jahresvergleich – 22,9 Millionen Reisen im Jahr 2025 gegenüber 31,9 Millionen im Jahr 2024. Dies führt zu einer existenziellen Krise für Kanadas 31 zollfreien Geschäfte an der Landgrenze. Ladenbesitzer berichten von Umsatzrückgängen von bis zu 75 % im Vergleich zu den Vorkrisenwerten von 2019, was zu massiven Entlassungen und einer dauerhaften Schließung in Woodstock, Ontario, geführt hat. Verantwortlich gemacht werden mehrere Faktoren: anhaltende Zurückhaltung beim Reisen nach der Pandemie, der Handelsstreit zwischen Kanada und den USA im Jahr 2025 sowie politische Aufrufe zum „Kauf von kanadischen Produkten“ angesichts zunehmenden Protektionismus südlich der Grenze. Betreiber weisen zudem auf die kanadische Verbrauchssteuer von 40 CAD pro Zigarettenschachtel hin, die im Wettbewerb benachteiligt, da US-Geschäfte auf der anderen Seite der Brücke Tabak steuerfrei verkaufen. Die Frontier Duty Free Association setzt sich bei Ottawa für Entlastungen ein und fordert eine Anpassung der Verbrauchssteuer sowie Überbrückungskredite. Anders als während der COVID-19-Pandemie gibt es keine gezielten Bundeszuschüsse, sodass kleine Unternehmen in Grenzregionen schutzlos dastehen. Die Betreiber warnen, dass ohne Maßnahmen der zollfreie Handel auf kanadischer Seite komplett verschwinden könnte, was Einnahmen aus dem Tourismus schmälern und einen wichtigen Service für Auslandsreisende eliminieren würde. Für Mobilitätsmanager bedeutet der Rückgang weniger Annehmlichkeiten für Mitarbeiter, die zu US-Kundenstandorten fahren. Zudem könnte dies auf eine verschärfte grenzüberschreitende Stimmung hindeuten, die sich in zukünftigen politischen Spannungen niederschlagen könnte. Unternehmen mit hohem Reiseaufkommen über Landgrenzen sollten Wartezeiten genau beobachten und sich auf mögliche Lücken im Einzelhandelsservice vorbereiten, besonders in abgelegenen Gebieten, wo zollfreie Geschäfte oft auch als Wechselstuben fungieren. Die Geschichte verdeutlicht, wie geopolitische Entwicklungen Reisegewohnheiten schnell verändern können und erinnert Unternehmen daran, ihre Lieferketten für Reisedienstleistungen vor Ort zu diversifizieren.