
Das tschechische Ministerium für Arbeit und Soziales hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der persönliche Geldstrafen von bis zu 100.000 CZK für tschechische Staatsbürger abschaffen würde, die ohne Arbeitsvertrag beschäftigt sind. Nach dem Vorschlag soll die Verantwortung für Sanktionen nahezu vollständig auf die Arbeitgeber verlagert werden, die bei Nichtanmeldung von Mitarbeitern oder Nichtzahlung der Sozialversicherungsbeiträge mit strengeren Strafen rechnen müssen. Für internationale Arbeitskräfte bleibt jedoch die bisherige, deutlich strengere Definition von „illegaler Arbeit“ bestehen. Jeder Drittstaatsangehörige ohne gültige Arbeitnehmerkarte, Blaue Karte, ICT-Erlaubnis oder Saisonarbeitserlaubnis gilt weiterhin als illegal beschäftigt und kann ausgewiesen oder von zukünftigen Aufenthaltstiteln ausgeschlossen werden. Das Ministerium argumentiert, dass Verstöße von ausländischen Arbeitskräften größere Migrations- und Sicherheitsrisiken bergen als das inländische „Švarc“-System (Scheinselbstständigkeit) und daher härter geahndet werden müssen. Gewerkschaften kritisieren den Vorschlag als Zugeständnis an kostengünstige Plattformen und Zeitarbeitsfirmen und warnen, dass dies zu Lohndruck und einer Schwächung der Sozialversicherungsbasis führen könnte. Arbeitgeberverbände begrüßen die Änderung weitgehend und betonen, dass der Fokus auf Unternehmen statt auf Einzelpersonen mit anderen EU-Staaten übereinstimmt, fordern jedoch eine kurze Übergangsfrist zur Anpassung der Lohnabrechnungssysteme. Für Manager im Bereich globale Mobilität ist die Botschaft klar: Stellen Sie sicher, dass alle nicht-EU-Entsandten in Tschechien die korrekte Genehmigung besitzen und die Tätigkeiten mit den Angaben auf der Aufenthaltserlaubnis übereinstimmen. Personalabteilungen sollten zudem Lieferantenverträge überprüfen, um sicherzustellen, dass Lohnunterlagen und Meldungen auch nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes – voraussichtlich im dritten Quartal 2026, sofern das Parlament den Entwurf ohne größere Änderungen verabschiedet – weiterhin rechtskonform sind.
Quelle: Expats.cz
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