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Tschechischer Anbieter RegioJet zieht sich aus dem polnischen Inlandsbahnmarkt zurück, behält aber internationale Verbindungen bei

Apr. 10, 2026
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Tschechischer Anbieter RegioJet zieht sich aus dem polnischen Inlandsbahnmarkt zurück, behält aber internationale Verbindungen bei
In einer am 9. April um 09:41 Uhr veröffentlichten Erklärung gab der tschechische Bahnbetreiber RegioJet bekannt, dass er zum 3. Mai 2026 alle inländischen Verbindungen in Polen einstellen wird. Als Gründe nennt das Unternehmen ein „ungleiches Wettbewerbsumfeld“ und regulatorische Hürden. Von dem Rückzug betroffen sind die beliebten Strecken Krakau–Warschau–Gdynia und Posen–Warschau, wodurch der staatliche Anbieter PKP Intercity auf diesen Korridoren nahezu zum Alleinanbieter wird. RegioJet war 2022 mit einem aggressiven Niedrigpreismodell in den polnischen Markt eingestiegen, das sich sowohl an Geschäftsreisende als auch an Touristen richtete. Kürzlich warf die polnische Regulierungsbehörde dem Unternehmen vor, im Dezember 2025 23 geplante Züge nicht betrieben zu haben, und leitete Verfahren ein, die Geldstrafen von bis zu 2 % des Jahresumsatzes nach sich ziehen könnten. RegioJet kündigte an, eine Rückkehr prüfen zu wollen, sobald die Zugangsregeln klarer sind. Fahrgäste mit Tickets für Fahrten nach dem 3. Mai werden per SMS oder E-Mail informiert und erhalten spätestens bis zum 15. April automatische Rückerstattungen. Zusätzlich bietet RegioJet einen Kulanzgutschein in Höhe von 100 PLN an. Reisende auf den internationalen Verbindungen Przemyśl–Krakau–Prag und Warschau–Prag sind von der Einstellung nicht betroffen. Aus Mobilitätssicht verringert der Rückzug den Wettbewerb auf wichtigen Nord-Süd-Geschäftskorridoren gerade in einer Phase, in der die Nachfrage nach Geschäftsreisen wieder anzieht. Unternehmen mit umweltfreundlichen Reisepolitiken könnten gezwungen sein, ihre Mitarbeiter auf die teureren EIP Pendolino-Züge von PKP umzubuchen oder, wenn Zeit entscheidend ist, auf Flugverbindungen zwischen Warschau und Danzig auszuweichen. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass das offene Schienennetz in Polen weiterhin eines der liberalsten in der EU ist, jedoch stellen Kapazitätsengpässe auf der stark frequentierten Zentralen Magistrale und Prioritäten bei der Bahnsteigvergabe zugunsten von PKP neue Anbieter vor große operative Herausforderungen. Das Verkehrsministerium hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob es die Trassengebühren oder die Slot-Vergabe anpassen wird, um einen weiteren privaten Wettbewerber anzulocken.
Quelle: RMF24

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