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Lufthansa-Pilotstreik wirkt sich in Österreich aus, während AUA Kapazitäten erhöht, um Geschäftsreisen aufrechtzuerhalten

Apr. 13, 2026
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Lufthansa-Pilotstreik wirkt sich in Österreich aus, während AUA Kapazitäten erhöht, um Geschäftsreisen aufrechtzuerhalten
Österreichische Unternehmen blicken am Sonntag (12. April 2026) auf eine weitere Woche mit Flugausfällen, nachdem die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) einen 48-stündigen Streik bei Lufthansa, Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings von Montag 00:01 Uhr bis Dienstag 23:59 Uhr angekündigt hat. Obwohl die Crews von Austrian Airlines (AUA) nicht streiken – da die AUA-Piloten einer anderen Gewerkschaft angehören – ist die Airline Teil der Lufthansa-Gruppe und stark auf die deutschen Drehkreuze für Langstrecken- und Anschlussverbindungen angewiesen.

AUA-Sprecherin Yvonne Wachholder erklärte gegenüber österreichischen Medien, dass die Fluggesellschaft auf den stark frequentierten Strecken Wien–Frankfurt und Wien–München größere Flugzeuge einsetzen wird, um umgebuchte Passagiere aufzunehmen und wichtige Geschäftsverbindungen zu sichern. Mobilitätsmanager wurden angewiesen, Buchungen mit Anschlussflügen der Lufthansa genau zu prüfen: Sollte der Langstreckenflug ausfallen, könnten Reisende über Zürich, Brüssel oder Paris umgeleitet werden, was neue biometrische EES-Kontrollen und längere Reisezeiten zur Folge haben kann. Die Airline erlaubt kostenlose Umbuchungen innerhalb der ursprünglich gebuchten Reiseklasse bis zum 18. April.

Lufthansa-Pilotstreik wirkt sich in Österreich aus, während AUA Kapazitäten erhöht, um Geschäftsreisen aufrechtzuerhalten


Der Streik trifft österreichische Reisende zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) ist seit dem 10. April vollständig in Betrieb und verlängert die biometrische Erfassung bei Nicht-EU-Pässen am Flughafen Wien-Schwechat um 1–2 Minuten. Unternehmen, die auf enge Tagespläne angewiesen sind, stehen nun vor einer doppelten Herausforderung: Arbeitskampfmaßnahmen in Deutschland können sorgfältig getaktete Anschlussverbindungen gefährden, während die EES-Einführung weniger Pufferzeiten an der Grenze lässt. „Wir empfehlen den Mitarbeitern, eine Stunde mehr für die Abreise einzuplanen und Bordkarten als Ausstiegsnachweis aufzubewahren, falls der 90/180-Tage-Zähler angezweifelt wird“, so Dieter Kaiser, Leiter Mobilität beim Austrian Business Travel Association (ABTA).

Für Arbeitgeber ist die größte unmittelbare Herausforderung die Fürsorgepflicht. Sollten Crews und Flugzeuge nach Dienstagabend nicht am richtigen Ort sein, könnten einige Flüge am Mittwochmorgen verspätet starten, was sich auf Meetings in Brüssel, Mailand oder London auswirkt. Personalabteilungen aktualisieren Risikoregister und erinnern Entsandte daran, dass verpasste Anschlussflüge durchgechecktes Gepäck und EU261-Entschädigungen ungültig machen können. Reiseversicherer bestätigen, dass streikbedingte Verspätungen gedeckt sind, sofern die Tickets vor Bekanntgabe des Arbeitskampfs gekauft wurden.

Blickt man weiter voraus, deuten beide Gewerkschaften an, dass dies nicht der letzte Streik sein wird. VC-Präsident Andreas Pinheiro sagte zu Austrian Wings, dass es bislang keine ernsthaften Angebote zu Pensionen und Gehältern gebe. Sollte die Verhandlung scheitern, könnten im Mai und Juni – der Hauptreisezeit für kurzfristige Projekte und Auslandsentsendungen – rollierende 24-Stunden-Streiks folgen. Multinationale Unternehmen mit regionalen Hauptquartieren in Wien prüfen daher Notfallpläne wie die Verlagerung von Meetings ins Internet, Buchungen von Hochgeschwindigkeitszügen oder die Nutzung von Regionalflughäfen wie Linz und Graz für Direktverbindungen innerhalb Mitteleuropas.
Quelle: Kurier / ORF Wien

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