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Experten fordern Australien auf, Einwanderungsziele für eine „stabile temporäre Bevölkerung“ festzulegen

Apr. 13, 2026
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Experten fordern Australien auf, Einwanderungsziele für eine „stabile temporäre Bevölkerung“ festzulegen
Die langjährige Debatte über Einwanderung in Australien wurde bisher vor allem von den Netto-Zahlen der Übersee-Migration (NOM) dominiert. Ein neues Diskussionspapier der Australian National University stellt jedoch heraus, dass der eigentliche Engpass die **Anzahl der Personen mit temporären Visa** ist. Die Autoren, Professor Alan Gamlen und der Demograf Peter McDonald, weisen darauf hin, dass temporäre Migranten von 2,7 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2010 auf heute über 6 Prozent gestiegen sind – ein schnelleres Wachstum als in vergleichbaren Volkswirtschaften. Um den Druck auf Wohnraum, Verkehr und Gesundheitsdienste zu verringern, empfehlen sie Canberra, ein **numerisches Ziel für die Gesamtzahl temporärer Bewohner** festzulegen und die Aufnahme von Daueraufenthaltsberechtigten entsprechend anzupassen.

Das Papier bezieht sich auf Kanadas Entscheidung von 2024, den Anteil temporärer Bewohner auf fünf Prozent der Bevölkerung zu begrenzen. Während diese Maßnahme die Mietpreissteigerungen eindämmte, führte sie auch zu Warnungen vor Arbeitskräftemangel – eine mahnende Erfahrung. Gamlen und McDonald argumentieren, Australien könne solche Probleme vermeiden, indem es ein Ziel nur nach sorgfältiger Modellierung der Infrastrukturkapazitäten und der Arbeitsnachfrage festlegt. Eine „stabile temporäre Bevölkerung“ würde den Planern in den Bundesstaaten, Universitäten und Arbeitgebern klarere Orientierung bieten und gleichzeitig einen Rückstau von „Gastarbeitern“ verhindern, die kaum Chancen auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung haben.

Experten fordern Australien auf, Einwanderungsziele für eine „stabile temporäre Bevölkerung“ festzulegen


Für Manager der Unternehmensmobilität ist der Vorschlag relevant, da eine Obergrenze bestimmt, wie viele **Subclass 482 Temporary Skill Shortage Visa** oder Working-Holiday-Visen jährlich gesponsert werden können. Unternehmen, die auf projektbezogene ausländische Fachkräfte angewiesen sind, könnten mit strengeren Beschränkungen konfrontiert werden und müssten möglicherweise auf längerfristige Sponsoring-Kategorien umsteigen oder ihre Lokalisierungsstrategien beschleunigen. Auch Universitäten müssten ihre Rekrutierung an strengere Obergrenzen für Studentenvisa anpassen und sich stärker auf qualitativ hochwertigere, höherpreisige Studierendengruppen statt auf Wachstum durch Masse konzentrieren.

Politisch kommt der Vorschlag zu einem sensiblen Zeitpunkt. Die Regierung Albanese verschärft bereits die Integritätsregeln und erhöht die Gehaltsgrenzen für Fachkräftevisa, während Oppositionsparteien die Sorgen um die Lebenshaltungskosten nutzen, um tiefgreifende Kürzungen zu fordern. Indem die Autoren die Debatte auf die **„Temporarität“ statt auf jährliche Zuwanderungszahlen** verlagern, wollen sie eine Messgröße schaffen, die Wählerbedenken adressiert, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Unabhängig davon, ob Minister eine Obergrenze einführen oder nicht, signalisiert der Bericht das Ende der Ära unbegrenzter kurzfristiger Migration – und fordert die Arbeitsmarktplaner auf, sich auf eine Zukunft einzustellen, in der der Zugang zu temporären Visa eine begrenzte, budgetierte Ressource ist.
Quelle: The Guardian

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