
Der Echtzeit-Störungsmonitor von AirHelp zeigt, dass schwere Gewitter, Personalmangel und wiederkehrende Arbeitskämpfe an den Flughäfen Frankfurt, München und Paris-Charles de Gaulle zwischen dem 9. und 10. April eine Kettenreaktion ausgelöst haben, die sich nach Osten ausbreitete. Der Václav-Havel-Flughafen kämpft auf seinen meistfrequentierten europäischen Strecken mit Pünktlichkeitsraten von nur etwa 40 bis 50 Prozent. Die Verzögerungen erreichten ihren Höhepunkt am 11. und 12. April, blieben aber auch bei der letzten Datenaktualisierung am späten 13. April erheblich. Für Reisende besteht die größte Gefahr darin, Anschlussflüge zu verpassen: Mehrere Langstreckenflüge in den Golfstaaten starteten ohne Passagiere, deren Zubringerflüge aufgrund der nächtlichen Ausgangssperre in Prag nach 23:00 Uhr verspätet ankamen. Billigfluggesellschaften reagierten mit der Streichung ganzer Hin- und Rückflugverbindungen, während Netzwerk-Airlines zwar flogen, aber mit rollierenden Verspätungen, die sorgfältig geplante 45-minütige Umstiege zunichtemachten. Geschäftsreisende werden von Travel Managern dazu angehalten, für den Rest des Aprils mindestens zwei Stunden Pufferzeit einzuplanen und flexible Tarife zu wählen, die Umbuchungen am selben Tag ohne Strafgebühren erlauben. Verantwortliche von Mobilitätsprogrammen erinnern zudem daran, dass Entschädigungen nach EU-Verordnung 261 bei wetterbedingten oder externen Fluglotsenstreiks eingeschränkt sein können, die Airlines jedoch während der Störung weiterhin für Verpflegung, Hotels und Umbuchungen sorgen müssen. Logistikexperten betonen, dass der Vorfall die Abhängigkeit tschechischer Exporteure vom europäischen Hub-Netzwerk verdeutlicht: Wenn Flugzeuge und Crews in Westeuropa nicht verfügbar sind, wird Prag als sekundärer Hub auch ohne lokale technische Probleme anfällig. Unternehmen, die hochwertige Komponenten versenden, verlagern daher dringende Sendungen vorübergehend auf Straße oder Schiene, bis sich die Flugpläne stabilisieren.
Quelle: AirHelp